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Leichtes bis mässiges Schädel-Hirn-Trauma

1900 Uhr: Telefon eines Ihnen unbekannten Vaters: "Soeben sei sein 2-jähriger Knabe die Treppe runtergestürzt ...."

Variante A: Der Knabe sei "eine Ewigkeit" bewusstlos gewesen, dann habe er zu schreien begonnen. Anschliessend habe er 1- oder 2-mal erbrochen.

Variante B: Der Knabe sei benommen gewesen, habe zuerst nur gewimmert, dann heftig geschrien. Er habe eine grosse Beule an der Stirne.

Was tun Sie ?

1. Variante A und B: Sie lassen den Knaben in die Praxis kommen und untersuchen ihn. Anschliessend weisen sie ihn in jedem Fall ins Spital zu.

2. Variante A und B: Sie beruhigen den Vater am Telefon und geben folgende Instruktionen: Überwachung stündlich bis zum nächsten Morgen. Sofortiges Telefon an Sie, falls der Knabe nicht gut weckbar ist, erbricht oder "halt einfach irgendwie komisch erscheint".

3. Variante A und B: Sie machen in jedem Fall ein Röntgenbild des Schädels.

4. Variante A und B: Sie veranlassen in jedem Fall ein Schädel-CT.

Take home message: Schädel-Hirn-Trauma

1. Triviales Trauma =

Schädel-Hirn Trauma ohne Bewusstlosigkeit, ohne Erbrechen und ohne neurologische Auffälligkeit:

- sehr kleines Risiko einer intrazerebralen Schädigung

- nur klinische Überwachung: zu Hause möglich, falls:

(1) häusliches Umfeld bekannt und stabil u. (2) Kontakt zum Hausarzt gewährleistet

 

- kein Röntgen


2. Mässiges Trauma =

Schädel-Hirn Trauma mit kurzer Bewusstlosigkeit / Erbrechen, aber ohne anschliessende neurologische Auffälligkeit = Commotio cerebri

- Risiko einer intrazerebralen Schädigung: 1 - 5 %: chirurgische Intervention nur bei einer Minderheit nötig

-enge klinische Überwachung: zu Hause möglich, falls:

(1) häusliches Umfeld bekannt und stabil u. (2) Kontakt zum Hausarzt gewährleistet

- falls Röntgen: Schädel - CT

Literatur:
- Homer CJ et al. Technical Report: Minor head injury in children. Pediatrics 1999;104:e78 (electronic pages)

http://www.pediatrics.org/cgi/content/full/104/6/e78

 

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