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Hausärzte und -ärztinnen sehen sich mit einer zunehmenden Zahl
essgestörter Jugendlicher konfrontiert. Die Prävalenz bei Mädchen
und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren wird nach neueren Untersuchungen
bei der Bulimie mit 5 - 8%, bei der Anorexie mit bis zu 2% angegeben.
Die Dunkelziffer liegt jedoch weit höher, insbesondere bei Risikogruppen
(Models, Sportlerinnen, Geschwister und Töchter von Patientinnen,
Patientinnen mit Diabetes mellitus). Teilaspekte des problematischen
Verhaltens wie ständiges Diäthalten, Sport und Rauchen zur Gewichtskontrolle
sowie die Einnahme von Laxantien sind noch weitaus häufiger anzutreffen.
Im
Rahmen des Referats sollen auf Essstörungen hinweisende Verhaltensauffälligkeiten
wie unkontrolliertes Essen, Abführen, Erbrechen, kompensatorische
körperliche Aktivität ebenso zur Sprache kommen wie wichtige psychische
und somatische Anzeichen. Die in der Grundversorgung tätigen Kolleginnen
und Kollegen sollen befähigt werden, anhand von Anamnese, Körperstatus
und einer Reihe von typischerweise veränderten laborchemischen
Parametern Jugendliche mit Essstörungen frühzeitig zu erkennen,
das Ausmass und die Gefährlichkeit der Verhaltensstörung abzuschätzen
und erste beraterische und therapeutische Massnahmen zu ergreifen.
Ein besonderes Schwergewicht bildet dabei die Zusammenarbeit mit
anderen Berufen wie Ernährungsberatung, Physio- und Bewegungstherapie,
Psychotherapie und Zahnmedizin. Je kürzer jedoch das Intervall
zwischen Erstmanifestation und Behandlung gehalten werden kann
desto besser ist die Prognose. Als Faustregel gilt, dass wenn
nach 3 Monaten hausärztlicher Behandlung keine Verbesserung der
Symptomatik (Gewichtsstabilisierung oder -zunahme, Abnahme Ess-Brech-Anfälle)
eingetreten ist, die Überweisung an ein spezialisiertes Behandlungszentrum
erfolgen sollte.
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