Aroser Fortbildungskurs 1999
Aus der Praxis - Für die Praxis, 25. bis 27. März 1999

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Samstag, 27. März 1999
08.30-12.00 Uhr

Mehrzweckhalle beim Schulhaus



Pharmakologie für die Praxis
E.Gysling
W. Irniger



Statine - was leisten die Lipidsenker "par excellence"?

In der Schweiz sind heute fünf verschiedene HMG-CoA-Reduktasehemmer (Statine) erhältlich; es handelt sich um Atorvastatin (Sortis), Cerivastatin (Lipobay), Fluvastatin (Lescol), Pravastatin (Mevalotin, Selipran), und Simvastatin (Zocor). Das erste Statin, das entwickelt wurde (Lovastatin), ist in der Schweiz nicht erhältlich, obwohl es eine relativ gut dokumentierte Substanz ist. Diese Medikamente senken die LDL-Cholesterinspiegel und können auch die HDL-Cholesterin- sowie die Triglyzeridspiegel im vorteilhaften Sinne beeinflussen.

Für die am besten untersuchten Statine (Lovastatin, Pravastatin, Simvastatin) ist ein klarer Nutzen im Sinne einer Reduktion klinisch relevanter Endpunkte (kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität) nachgewiesen. Es kann angenommen werden, dass der Nutzen in einem direkten Zusammenhang mit der LDL-Cholesterinsenkung steht. Mit anderen Worten: je stärker die Lipidsenkung, desto besser die präventive Wirkung. Ein Vergleich der verschiedenen Statine kann sich deshalb auf die Lipidwirkung bestimmter Dosen stützen.

Am meisten profitieren diejenigen von einer Statinbehandlung, die hohe LDL-Cholesterinwerte und ein ungünstiges Risikoprofil aufweisen. In der Sekundärprophylaxe der koronaren Herzkrankheit ist deshalb nicht selten eine Behandlung mit Statinen indiziert. Steht eine Statinbehandlung in der Primärprävention zur Diskussion, so können verschiedene Tabellen nützlich sein, die das Risiko eines koronaren Ereignisses einschätzen helfen.

Zytochrome: Schlüssel zu vielen Arzneimittelinteraktionen

Der menschliche Körper verfügt über verschiedene Abwehrmechanismen, die ihm erlauben, sich von Fremdstoffen zu befreien. Unter diesen sind die von Zytochromen ausgelösten chemischen Reaktionen (Biotransformation, z.B. Oxidation) besonders wichtig. Auch sehr viele Medikamente werden von Zytochromen «verarbeitet», wobei dies zu einer Aktivierung oder Inaktivierung führen kann. In den letzten Jahren sind viele neue Forschungsresultate zu den Zytochromen bekannt geworden. Dies erlaubt uns in vielen Fällen, gegenüber früher viel präzisere Voraussagen zu möglichen Arzneimittelinteraktionen zu machen.

Für die Biotransformation von Medikamenten ist eine ganze Reihe von Zytochromen verantwortlich. Ein Medikament kann lediglich Substrat z.B. einer Isoenzym-Gruppe von Zytochromen sein, diese aber weiter nicht beeinflussen. In anderen Fällen sind mehrere Gruppen von Zytochromen von Bedeutung. Gewisse Medikamente regen die Bildung von Zytochromen an («Induktoren»), andere hemmen diese («Inhibitoren»). Inhibitoren und Induktoren sind nicht selten (aber nicht immer) auch Substrate der entsprechenden Zytochrome. Wie wichtig die Kenntnis dieser Fakten ist, lässt sich anhand einiger praktischer Beispiele demonstrieren.

Medikamente und Schwangerschaft

Dass Arzneimittelfragen in der Schwangerschaft wichtig sind, aber nicht immer ganz einfach beantwortet werden können, lässt sich an der Fragenstatistik von Arzneimittel-Informationsstellen (wie z.B. info-pharma) ablesen. Das Asthma bronchiale und der Diabetes mellitus sind zwei Krankheiten, die auch bei jungen Frauen vorkommen und die in der Schwangerschaft besondere Aufmerksamkeit erfordern. Bei Harnwegs- und anderen Infekten gilt es, möglichst problemlose Antibiotika auszuwählen. Spezielle Probleme kann eine Behandlung mit Antikoagulantien oder mit Antiepileptika verursachen. Aber auch der Umgang mit vielen anderen Medikamenten - Schmerzmitteln, Antihypertensiva, Psychopharmaka, Migränemitteln usw. - muss sorgfältig bedacht werden.

Einige Beispiele sollen zeigen, wie solche Fragen beantwortet werden. Speziell diskutiert werden dabei auch Medikamente, die erst in den letzten Jahren eingeführt worden sind.

Neuheitenmosaik

Im Rahmen des Neuheitenmosaiks sollen Arzneimittel kritisch beleuchtet werden, die neuerdings eingeführt worden sind oder nächstens verfügbar werden. Da es nicht möglich ist, alle Neuheiten zu diskutieren, sind die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer eingeladen, hier drei oder vier «Kapitel» auszuwählen. Bitte bedenken Sie, dass die knappe zur Verfügung stehende Zeit nur eine sehr summarische Evaluation ermöglicht! Am Kongresstag ergibt sich nochmals eine Wahlmöglichkeit; wir werden aber mindestens 2 Themen berücksichtigen, die via Internet am häufigsten gewählt werden.

Die besprochenen Themen waren:
Neuere Chinolone - Betablocker bei Herzinsuffizienz - Leukotrienantagonisten

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