Aroser Fortbildungskurs 1999
Aus der Praxis - Für die Praxis, 25. bis 27. März 1999

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Freitag, 26. März 1999
16.45-17.40 Uhr

Mehrzweckhalle beim Schulhaus



Adipositas
Psychosoziale Aspekte der Adipositas
Thomas Lang



Uebergewicht ist nicht nur ein ernstzunehmender Risikofaktor für erhöhte Morbidität und Mortalität, sondern es gilt in der heutigen Gesellschaft auch rasch als negatives Merkmal einer Person. Uebergewichtige Menschen leiden oft über mehrere Lebensphasen unter diesem besonderen Stigma und nehmen im Kampf gegen die Pfunde unzählige Hilfsangebote in Anspruch. Viele dieser Bemühungen scheitern jedoch infolge eines mangelnden Krankheitsverständnisses, unrealistischer Zielsetzungen und oftmals ungeeigneter Massnahmen. Der rechtzeitigen und situationsadäquaten hausärztlichen Beratung kommt deswegen bei der Behandlung der Adipositas eine hochrangige Bedeutung zu.

Folgende drei Themenkreise adipöser Menschen sollten dabei stets berücksichtigt werden:
- Probleme mit dem Körper - in ihrer eigenen Wahrnehmung und derjenigen anderer, problematische Ess-Verhaltensmuster, und Schwierigkeiten in der Beziehung zu anderen Menschen.
- In emotionaler Hinsicht dominieren Versagens-, Scham- und Schuldgefühle sowie Hassgefühle gegenüber dem eigenen Körper.
- Besondere Klippen in der Arzt-Patient-Beziehung sind die starke Idealisierung des Arztes in Verbindung mit der Tendenz zur Selbstentwertung des Patienten.

Das Referat vermittelt keine fertigen Lösungen, versucht jedoch, einige der erwähnten Problemstellungen zu verdeutlichen und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen.

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