Aroser Fortbildungskurs 1999
Aus der Praxis - Für die Praxis, 25. bis 27. März 1999

Vortrag / Motivation und Beratung / B. Stettler

Arosa Homepage Arosa Programm Arosa Abstracts Arosa Vorträge

 

Freitag, 26. März 1999
Mehrzweckhalle beim Schulhaus
15.00-19.00 Uhr



Adipositas
B. Stettler : Motivation und Beratung

Mögliche Konsequenzen

In der praktischen Arbeit im Alltag können folgende Konsequenzen gezogen werden. Sie werden mit einem Zitat eingeleitet. Die Erklärungen und Appelle sind Ideen, was Sie im Alltag tun könnten.

Jeder Mensch ist ein Wunder an unbekannten, nicht verwirklichten Möglichkeiten. (Goethe)
Erfolg ist etwas individuelles. Motivation und Erfolg sind eng mit einander verknüpft. Persönliche Erfolgserlebnisse wirken motivierend. Es könnte eine hilfreich sein, herauszufinden, wie der Klient Erfolg für sich definiert und was ihn wirklich bewegt. Sie können ihm dabei helfen und unterstützen. Wenn wir Wirklichkeiten beschreiben, führen wir Unterscheidungen ein. In dem wir Wirklichkeiten beschreiben gestalten wir sie. Motivation ist kein statisches Persönlichkeitsmerkmal. Seien Sie daher vorsichtig mit der Formulierung "unmotivierter Klient".

Die im Wachen träumen, haben Kenntnisse von tausend Dingen, die jenen entgehen, die nur im Schlaf träumen. (Wols)
Wirksame Motivation setzt sich aus persönlichen Wünschen und Bedürfnissen, Tätigsein und Glaube an das innere Potential zusammen. Helfen Sie Ihren Klienten, gute und schöne Ziele für die Verbesserung ihrer Lebensqualität zu formulieren. Es kann hilfreich sein, wenn der Klient sich getraut seine Wünsche und Träume zu sehen. Arbeiten Sie nach Möglichkeit mit einem Netz von professionellen Helfern, wie z.B. Ernährungsberaterinnen, Physiotherapeuten, Psychologen zusammen.

Der Mensch sieht nur mit dem Herzen gut. (de Saint-Exupéry)
In den Grundbedürfnissen unterscheiden sich die Menschen nicht. Orientieren Sie sich am Menschen als ein komplexes nach Glück und Lebenssinn strebendem Wesen und nicht an Kalorien und Defiziten. Nehmen Sie Ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst und lassen Sie sich nicht auffressen. Suchen Sie gezielt und regelmässig selber "eine windstille Zone", wo sie Ruhe finden und Neues ausprobieren können z.B. in Form von Weiterbildung, Intervision , Balint-Gruppen oder ähnliches.

Abschliessend soll auf die Gewohnheit einer Zusammenfassung im Sinne "das wichtigste nochmals betonen" bewusst verzichtet werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass nicht die Autorin, sondern die Leserin oder der Leser den wirklichen Inhalt dieses Artikels bestimmt. So entsteht eine Vielfalt von Interpretationen. Diese Vielfalt zulassen ist eine Chance und trägt in sich ein lebendiger Funke.


1 2 3 4 5 6 7 8

Copyright © 1999 Aroser Fortbildungskurs und Infomed-Verlags AG