| 17. Januar 2006
(UPM) Im "New England Journal of Medicine" ist kürzlich
über vier vietnamesische Patientinnen berichtet worden,
die von einer Infektion mit dem Influenza A (H5N1)-Virus (Vogelgrippe)
betroffen und trotz einer Behandlung mit dem Neuraminidase-Hemmer
Oseltamivir (in der üblichen Dosierung von 2-mal 75 mg/Tag)
gestorben waren. In zwei Fällen konnten unter oder kurz
nach der Oseltamivir-Therapie Influenza A (H5N1)-Viren isoliert
werden, die eine Mutation im Neuraminidase-Gen aufwiesen,
die mit einer hochgradigen Resistenz gegenüber Oseltamivir
assoziiert ist. Laut dem Begleitkommentar sei daran vor allem
beunruhigend, dass solche Resistenzen vermutlich begünstigt
werden, wenn das massenweise gehortete Oseltamivir von Laien
falsch eingesetzt werde, sowie auch dass man keine Kenntnisse
über die Übertragbarkeit von Oseltamivir-resistenten
Viren habe.
Fallserie und Kommentar aus dem "New England Journal
of Medicine":
http://content.nejm.org/cgi/content/full/353/25/2667
http://content.nejm.org/cgi/content/full/353/25/2633
Übersichten zur Influenzabehandlung mit Neuraminidasehemmern
sowie zur Influenza A (H5N1)-Infektion beim Menschen:
http://content.nejm.org/cgi/content/full/353/13/1363
http://content.nejm.org/cgi/content/full/353/13/1374
Früherer BDN-Text zu Oseltamivir (mit weiteren Links):
http://www.infomed.org/bad-drug-news/bdn117.html
P.S. Es gibt auch eine "pharma-kritik"-Nummer (6/2005)
zu Influenza A (H5N1), die aber noch nicht als Internet-Version
verfügbar ist.
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