| 25. Juli 2008
(UPM) Gewisse Zytostatika können zu einer Dermatitis
führen, die als "radiation recall" bezeichnet
wird. Es handelt sich dabei um eine schwere Entzündungsreaktion,
die nach Verabreichung von Zytostatika in solchen Regionen
auftritt, die bei einer vorangegangenen Radiotherapie einer
Bestrahlung ausgesetzt waren. Meistens ist die Haut betroffen,
manchmal auch andere Organe. Zu unterscheiden ist ein "radiation
recall" von einer Hautreaktion infolge einer Radiosensibilisierung
oder von Reparaturvorgängen, die nach Bestrahlung stattfinden.
An einen "radiation recall" ist dann zu denken,
wenn zwischen Bestrahlung und Zytostatikagabe mindestens 7
Tage liegen (die Latenz kann Monate bis Jahre sein).
In der aktuellen Ausgabe des "FDA Drug Safety Newsletter"
wird von 12 Fällen berichtet, bei denen nach Verabreichung
von Pemetrexed, einem neuen Folsäureantagonisten/Antimetaboliten,
ein "radiation recall" festgestellt wurde. Darunter
ist eine Frau, bei der 27 Jahre (!) nach einer Brustkrebs-Bestrahlung
ein "radiation recall" auftrat, nachdem sie wegen
eines Zweitkarzinoms auf der Lunge mit Pemetrexed behandelt
worden war.
Bericht aus dem "FDA Drug Safety Newsletter":
http://www.fda.gov/cder/dsn/2008_spring/postmarketing.htm#pemetrexed
"pharma-kritik"-Nummer zu Pemetrexed (nur mit Abonnement/Passwort
zugänglich):
http://www.infomed.org/pharma-kritik/abo/pk17c-07.html
|