| 30. Juni 2009
(EG) Das vom Humaninsulin abgeleitete Insulin-Glargin (Lantus®)
stand von Anfang an unter dem Verdacht, es könnte häufiger
zu Malignomen führen als Humaninsulin. In Bezug auf den
«Insulin-like Growth Factor 1» (IGF-1), der mitogene
Insulin-Wirkungen vermittelt, findet sich nämlich in
vitro ein Unterschied: Insulin-Glargin weist eine höhere
Affinität zu diesem Rezeptor auf als Humaninsulin. Nun
sind vier epidemiologische Studien veröffentlicht worden,
von denen drei auf eine Häufung von malignen Tumoren
hinweisen. Bereits hat auch die «European Association
for the Study of Diabetes» Stellung genommen. Diese
Organisation empfiehlt, Insulin-Glargin nicht unbedacht abzusetzen.
Diabeteskranke hätten jedoch die Möglichkeit, auf
Präparate zu wechseln, die zweimal täglich verabreicht
werden müssen (langwirkendes Humaninsulin oder Mischungen
von kurz- und langwirkenden Humaninsulinen). Ein solcher Wechsel
erscheine besonders angezeigt bei Personen, die an Krebs erkankt
sind oder bei Frauen, in deren Verwandtschaft Brustkrebs-Fälle
vorkommen.
pharma-kritik-Text zu Insulin-Glargin: http://www.infomed.org/pharma-kritik/pk09a-03.html
Aktuell veröffentlichte Studien:
http://www.diabetologia-journal.org/cancer.html#published
Stellungnahme der European Association for the Study of Diabetes:
http://www.diabetologia-journal.org/cancer_files/patientinfo.pdf
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