infomed online, Bild des Monats (Juni 2009)

Tollkirsche (Atropa belladonna)

Die Frucht ist den meisten Leuten bekannt, an der Blüte gehen viele achtlos vorbei. Wie viele Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse ist die Tollkirsche hoch giftig. Das Gift Hyosyamin ist in den Wurzeln, Blättern und Früchten enthalten. Bei Kindern führen bereits drei bis fünf Beeren, bei Erwachsenen ab 10 Beeren innerhalb von wenigen Stunden zum Tod durch Atemlähmung. Der Artname „belladonna“ (ital. „schöne Frau“) rührt daher, dass das Hyoscyamin – in die Augen geträufelt – die Pupillen erweitert und den Augen ein dunkles, glänzendes Aussehen verleiht. Aber Vorsicht: Nebenwirkungen sind Sehstörungen infolge Lähmungserscheinungen!

Die Liste der medizinischen Anwendungen ist lang: bis ins 19. Jahrhundert wurde sie bei Gelbsucht, Wassersucht, Keuchhusten, Nervenkrankheiten, Scharlach und Epilepsie, sowie als Aphrodisiakum und Abtreibungsmittel angewendet.

Die Pflanze hat ein eurasiatisches Verbreitungsgebiet – in der Schweiz wächst sie vor allem auf der Alpennordseite in Wälder und auf Waldschlägen der kollinen und montanen Stufe.


infomed Links
aktueller infomed-screen Jahrgang
aktueller pharma-kritik Jahrgang
infomed drug guide

Bild des Monats - Walter Dyttrich

Seit April 2006 betreut Walter Dyttrich, ein vorzüglicher Kenner der Schweizer Flora, der auch wunderschöne Fotos macht, unser "Bild des Monats". Sehen Sie hier, was er von sich selbst sagt.

"Ich wurde 1947 in Wien geboren, wo ich auch die Schulen besuchte. Nach demBetriebswirtschaft-Studium emigrierte ich 1970 in die Schweiz. Bis 2003 warich in verschiedenen leitenden Positionen als Informatiker in Industrie,Beratung und Versicherung tätig. Die Botanik und die Musik waren aberbereits damals mein Gegenpole zur "trockenen" Arbeitswelt.

Seit meiner vorzeitigen Pensionierung leite ich Wanderungen und Reisen mit Schwerpunkt Natur. Ich bin im Vorstand von Pro Natura St. Gallen tätig und betreue in dieser Funktion diverse Naturschutzgebiete. Im Botanischen Zirkel St. Gallen leite ich Exkursionen und halte Vorträge. Die Schwerpunkte meiner umfangreichen Diasammlung sind Alpenpflanzen, die mediterrane Flora sowie Südafrika.

2005 erschien das Wanderbuch "Kreuz und quer durchs Toggenburg" meiner Tochter Bettina Dyttrich, zu dem ich einen guten Teil der Fotos beisteuerte. Daneben leiste ich Freiwilligenarbeit für das Collegium Musicum St. Gallen und spiele in meiner Freizeit Klavier."