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Die «Super-Aspirine» |
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Münsterlingen, 10.11.1999 |
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Am Anfang der 70er Jahre entdeckte John Vane,
dass die Wirkung der Acetylsalicylsäure (und anderer nicht-steroidaler
Entzündungshemmer) auf der Hemmung der Biosynthese von Prostaglandinen
beruht. Gehemmt wird das Enzym Zyklooxygenase (COX) |
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COX-1: In dem meisten Geweben permanent
vorhanden – unter anderem für den Schutz der Magenschleimhaut und
Plättchenaggregation verantwortlich |
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COX-2: Permanent in Gehirn und Niere, kann zudem
von Entzündungspro-zessen in anderen Geweben induziert werden |
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Bis vor kurzem war die entzündungs-hemmende
Wirkung «untrennbar» mit dem Risiko von Magenschleimhaut-problemen
verbunden |
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Rheumatische Leiden sind häufig, entsprechend
häufig sind bisher die Nebenwirkungen der Antirheumatika |
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Magen-Darm-Probleme am häufigsten und am
wichtigsten |
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Ältere Leute besonders gefährdet |
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Wenig Unterschiede zwischen den verschiedenen
Entzündungshemmern |
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Ibuprofen scheint jedoch am wenigsten
unerwünschte Wirkungen zu verursachen |
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Extrapolation der Resultate auf die Schweizer
Bevölkerung: |
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Antirheumatika jährlich für den Tod von 100 Personen
mitverantwortlich |
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Jedes
Jahr etwa 900 Hospitalisationen, die mindestens teilweise durch
unerwünschte Wirkungen von Antirheumatika verursacht sind |
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Seit den 90er Jahren wird für verschiedene
Antirheumatika propagiert, sie seien COX-2-selektiv |
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Beispiele: |
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Meloxicam (Mobicox) |
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Nimesulid (Aulin, Nisulid) |
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Anderseits konnte für relativ gut verträgliche
Antirheumatika (z.B. Ibuprofen) keine Selektivität gezeigt werden |
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Celecoxib = CELEBREX |
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Rofecoxib = VIOXX |
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Beide verursachen in Endoskopie-studien
signifikant weniger Magen-schleimhaut-Schäden als bisherige
nicht-steroidale Entzündungshemmer, sind aber ähnlich antirheumatisch
wirksam |
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Zugelassen zur Behandlung von Entzündung und
Schmerzen bei |
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Chronischer Polyarthritis |
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Arthrose |
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Wirksamkeit vergleichbar mit: |
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Naproxen (2mal 500 mg/Tag) |
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Diclofenac retard (2mal 75 mg/Tag) |
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Ibuprofen (3mal 800 mg/Tag) |
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Bisherige Studien dauerten in der Regel 12
Wochen (1 Studie: 24 Wochen) |
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Studien bei akuten Schmerzen bisher enttäuschend
(weniger wirksam als andere Entzündungshemmer) |
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Soll ein- oder zweimal täglich eingenommen
werden (t½ = 11 Std) |
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Zugelassen zu Behandlung von Entzündung und
Schmerzen bei Arthrose |
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Wirksamkeit vergleichbar mit |
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Ibuprofen (3mal 800 mg/Tag) |
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Diclofenac (3mal 50 mg/Tag) |
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Nabumeton (1500 mg/Tag) |
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Arthrose-Studien dauerten bis zu 6 Monaten |
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Weitere Studien belegen Wirksamkeit bei
Schmerzen nach Zahnextraktion und bei Dysmenorrhoe |
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Kann einmal täglich eingenommen werden (t½ = 17
Std) |
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Wirksamkeit ausserhalb der bisher dokumentierten
Indikationen? |
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Häufigkeit schwerer gastrointestinaler
Komplikationen? |
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Langfristige Auswirkungen |
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auf Herz/Kreislauf (Blutdruck?) |
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auf das Zentralnervensystem |
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Von Februar bis Mai 1999 in den USA 10
Todesfälle, die mit Celecoxib in Verbindung sein könnten |
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Einzelfälle dokumentiert und publiziert |
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(Mohammed S, Croom DW. N Engl J Med 1999
(24.Juni); 340: 2005-6) |
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Im Tierversuch epileptogenes Potential vermutet |
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In der bisher gewonnenen Erfahrung seit der
Markteinführung keine Hinweise auf schwerwiegende Probleme |
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Haben COX-2-Hemmer ein Potential in der
Tumorhemmung? In Tierversuchen Reduktion von Hauttumoren gezeigt |
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Pentland AP et al. Carcinogenesis 1999
(Oktober); 20: 1939-44 |
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Solange man nicht mehr über langfristige
Auswirkungen weiss, sind sie auch bei Arthritis und Arthrose nicht die
erste Wahl |
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Bei anderen Schmerzen ist noch keineswegs
nachgewiesen, dass sie wirksamer sind als z.B. Paracetamol |
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Celecoxib und Rofecoxib wurden bisher nicht
vergleichend untersucht – es ist unklar, ob relevante Unterschiede zwischen
den beiden bestehen |
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Rofecoxib hat eine längere Halbwertszeit (nur 1
Dosis täglich) |
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Kosten: teilt man die «nicht-teilbare»
25-mg-Vioxx-Tablette, so kostet eine 12,5-mg- Tagesdosis «nur » CHF 1.65 |
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