info-pharma -- Deanxit-Abhängigkeit

Frage:

Können Sie mich bitte darüber informieren, ob Deanxit® bzw. seine beiden Komponenten Flupentixol/Melitracen ein Abhängigkeitspotential aufweisen?

Antwort:

Melitracen ist ein verhältnismässig altes, sehr wenig dokumentiertes trizyklisches Antidepressivum. Flupentixol ist zwar als Neuroleptikum gut dokumentiert; über die Eigenschaften der Kombination Flupentixol-Melitracen finden sich anderseits auch nur bescheidenste Daten. Es wundert deshalb nicht, dass zu der spezifischen Frage, ob Deanxit zu Abhängigkeit führen könnte, keine Angaben zu finden sind.

Somit stellt sich die Frage nach der „Abhängigkeit" von Trizyklika bzw. allenfalls von Neuroleptika. Dazu gibt es nun schon einiges, das mir erlaubt, anzunehmen, Deanxit könnte durchaus zu einer Abhängigkeit führen. So ist z.B. über Imipramin (Tofranil®) zu lesen, dass das Absetzen dieses Medikamentes zu ähnlichen Beschwerden führen kann, wie Sie sie für Ihre Patientin beschreiben:

Withdrawal symptoms have been associated with the discontinuation of tricyclic antidepressant therapy and may occur in 21 to 55% of the patients. These symptoms frequently occur within the first 24 to 48 hours after cessation of therapy. The withdrawal period is characterized by general somatic malaise (muscle aches, coryza, excessive sweating), gastrointestinal (nausea, vomiting, diarrhea, and abdominal pain), motor restlessness, and/or neuropsychiatric symptoms (drowsiness, apathy, irritability, agitation, and recurrence of depressed mood). Restarting imipramine therapy generally improves the condition. To prevent the occurrence of this withdrawal reaction, the imipramine therapy should be withdrawn gradually, when possible (Sathananthan & Gershon, 1973a; Stern & Mendels, 1980; Petti & Law, 1981; Shrivastava & Itil, 1985; Prod Info Tofranil(R), 1995). [aus Micromedex]

Ob die Abhängikeitsproblematik eventuell durch das gleichzeitig verabreichte Flupentixol verstärkt wird, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, wäre aber denkbar. Ich muss Ihnen auch sagen, dass ich bei Patienten in meiner Praxis, die auf Veranlassung des Psychiaters Deanxit erhielten, nicht selten auch schon den Eindruck hatte, sie gewöhnten sich an das Präparat.

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