| Klinische
Studien
Tacrolimus
In einer Doppelblindstudie wurden bei 351 Kindern zwei Tacrolimus-Salben
(0,03% und 0,1%) während 12 Wochen mit der Salbengrundlage
(ohne Wirkstoff) verglichen. Die Kinder waren 2 bis 15 Jahre
alt (Mittel: 6 Jahre), hatten ein mittelschweres bis schweres
konstitutionelles Kinderekzem und wurden zweimal täglich
behandelt. Tacrolimus beeinflusste die Krankheitssymptome
signifikant besser: am Ende der Behandlung war eine Besserung
«um mindestens 90%» bei 36% (0,03%-Salbe) bzw.
bei 41% (0,1%-Salbe) gegenüber nur bei 7% der mit der
Salbengrundlage Behandelten erreicht.(2)
Zwei sehr ähnliche Doppelblindstudien wurden bei Erwachsenen
mit einer disseminierten Neurodermitis durchgeführt.
Auch in diesen Studien wurden die beiden Tacrolimus-Salben
mit der Salbengrundlage verglichen. Nach 12 Wochen liess sich
bei 28% (0,03%-Salbe), bei 37% (0,1%-Salbe), jedoch nur bei
7% der Vergleichsgruppe eine mindestens 90%ige Besserung des
Hautstatus beobachten. Tacrolimus reduzierte das Ausmass der
betroffenen Hautbezirke wie auch den Juckreiz signifikant.
Die höhere Tacrolimus-Konzentration schien sich besonders
bei Personen mit ausgeprägten und ausgedehnten Hautveränderungen
besser als die niedrigere Konzentration auszuwirken.(3)
In einer nur 3 Wochen dauernden Doppelblindstudie sind beide
Tacrolimus-Salben bei 560 Kindern mit einer schwach wirksamen
Kortikosteroid-Salbe verglichen worden. Das dabei verwendete
Steroid (1% Hydrocortisonacetat) wird bezüglich Wirkungsstärke
zur Klasse I gerechnet. Mit einem speziellen Index wurden
Ausdehnung und Intensität der ekzematösen Veränderungen
erfasst. Mit der Steroidsalbe wurde dieser Index gegenüber
den Anfangswerten um durchschnittlich 36% gesenkt. Mit den
Tacrolimus-Salben wurden signifikant bessere Werte erreicht,
nämlich eine Senkung um 55% (0,03%-Salbe) bzw. um 60%
(0,1%-Salbe).(4)
Bei 570 Erwachsenen mit Neurodermitis wurde eine entsprechende,
ebenfalls nur 3 Wochen dauernde Vergleichsstudie mit einer
deutlich wirksameren Steroidsalbe (0,1% Hydrocortisonbutyrat,
Locoid®; Wirkungsstärke Klasse III) durchgeführt.
Die schwächere Tacrolimus-Salbe war hier unterlegen:
der Ekzem-Indexwert sank unter der 0,03%-Salbe um 53%, unter
der 0,1%-Salbe und auch unter der Steroidsalbe jedoch um 64%.(5)
Offene Beobachtungsstudien, in denen Kinder und Erwachsene
während Monaten (bis zu einem Jahr) regelmässig
mit der 0,1%igen Tacrolimus-Salbe behandelt wurden, lassen
annehmen, dass das Medikament auch langfristig wirksam bleibt.(6,7)
Pimecrolimus
In einer doppelblinden Dosisfindungsstudie wurden 260 Erwachsene
mit Neurodermitis während 3 Wochen zweimal täglich
mit einer Pimecrolimus-Crème (0,05%, 0,2%, 0,6% oder
1,0%), mit der wirkstofffreien Crèmegrundlage oder
mit Betametasonvalerat-Crème (Betnovate® u.a.;
Wirkungsstärke Klasse III) behandelt. Pimecrolimus war
in den höheren Konzentrationen wirksamer als die Crèmegrundlage,
jedoch nicht so wirksam wie die Steroidcrème.(8)
In zwei identischen sechswöchigen Doppelblindstudien
wurden Kinder und Jugendliche mit einem leichten bis mittelschweren
konstitutionellen Ekzem behandelt. Bei 267 wurde eine 1%ige
Pimecrolimus-Crème, bei 136 die Crèmegrundlage
(ohne Wirkstoff) appliziert. Die Hautläsionen und der
Juckreiz bildeten sich unter Pimecrolimus rasch zurück.
Gemäss der ärztlichen Gesamtbeurteilung waren bei
der Schlussvisite 35% der Pimecrolimus-Gruppe, jedoch nur
18% der Vergleichsgruppe vollständig oder weitgehend
frei von Symptomen. (9)
In einer ähnlichen sechswöchigen Studie wurde
das Medikament auch bei insgesamt 186 Kleinkindern im Alter
von 3 bis 23 Monaten mit der Crèmegrundlage verglichen.
Pimecrolimus war gut gegen den Juckreiz und die Hautsymptome
wirksam. Nach sechs Wochen hatten 54% der mit Pimecrolimus
behandelten Kinder, aber nur 24% der Kontrollgruppe keine
oder fast keine Symptome mehr.(10)
In anderen Studien wurde untersucht, ob der sofortige Einsatz
von Pimecrolimus-Crème bei den ersten Manifestationen
einer Neurodermitis den Verlauf so beeinflussen kann, dass
es nicht zu einem eigentlichen Ekzemschub kommt, und dass
so lokal applizierte Steroide vermieden werden können.
Das Studienpräparat (Pimecrolimus oder die Grundlage
ohne Wirkstoff) wurde
solange appliziert, bis die Hautsymptome wieder abgeklungen
waren. Im Intervall wurden lediglich hautpflegende Präparate
verwendet. Wenn es trotz des Studienpräparates zu einem
Ekzemschub mit stärkeren Symptomen kam, so wurde dieses
weggelassen und für beschränkte Zeit ein Steroidpräparat
eingesetzt;
anschliessend wurde nochmals mit dem Studienpräparat
nachbehandelt. Nach diesem Protokoll wurden in drei Doppelblindstudien
192 Erwachsene während 6 Monaten und 713 Kinder und Jugendliche
sowie 251 Kleinkinder während 12 Monaten behandelt. Pimecrolimus
reduzierte die Schubhäufigkeit und damit den Steroidbedarf
um etwa ein Drittel – während 72 bis 81% der mit
der wirkstofffreien Grundlage Behandelten Ekzemschübe
hatten, war dies in der Pimecrolimusgruppe nur bei 43 bis
55% der Fall.(11-13) Zum Beispiel müssen
4 Erwachsene während 6 Monaten jedesmal, wenn Symptome
auftreten, mit Pimecrolimus statt mit der Crèmegrundlage
behandelt werden, damit einer davon frei von Ekzemschüben
bleibt.
Bisher wurden keine Studien veröffentlicht, in denen
Pimecrolimus mit Tacrolimus verglichen worden wäre.
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