| Klinische
Studien
Mit Tiotropium sind mehrere grosse Doppelblindstudien bei
Personen mit chronisch-obstruktiver Lungenkrankheit (COPD)
durchgeführt worden. Alle kannten fast die gleichen Aufnahmekriterien:
die Teilnehmenden mussten mindestens 40 Jahre alt sein und
einen Nikotinabusus von über zehn «Pack years»
aufweisen. Von Tiotropium wurden jeweils einmal pro Tag 18
µg Trockenpulver inhaliert; als Begleitmedikation waren
kurzwirkende Betamimetika, inhalierteoder niedrigdosierte
oral verabreichte Steroide und zum Teil auch Theophyllin (Unifyl
Continus® u.a.) erlaubt. Erfasst wurden Lungenfunktionsparameter,
Schweregrad der Dyspnoe, Anzahl der COPD-Exazerbationen und
Lebensqualität.
Zwei identische Studien mit insgesamt 921 Personen, denen
ein Jahr lang Tiotropium oder Placebo verabreicht
wurde, sind in einer Publikation zusammengefasst. Dabei erwies
sich Tiotropium als signifikant wirksamer als Placebo.(3)
288 Personen erhielten während 13 Wochen entweder Tiotropium
oder Ipratropium (4mal 40 µg/Tag). In der Tiotropium-
Gruppe betrug das Erstsekundenvolumen (FEV1) bei
Studienbeginn 1,21 l und die forcierte Vitalkapazität
(FVC) 2,75 l; bis zum Studienende stieg der Durchschnittswert
des FEV1 um 0,26 l, derjenige der FVC um 0,61 l.
Dies sind signifikante Unterschiede gegenüber der Ipratropium-
Gruppe, wo die Ausgangswerte 1,15 l bzw. 2,57 l und dieVerbesserungen
0,18 l bzw. 0,50 l betrugen. Bei den Tiotropium- Behandelten
wurde der Bedarf an Reserveinhalationen mit Salbutamol (Ventolin®
u.a.) stärker reduziert als bei den Ipratropium-Behandelten.
In Bezug auf den «Peak flow» half Tiotropium ebenfalls
besser, allerdings war hier der Unterschied nach 13 Wochen
nicht signifikant.(4) Diese Studie
wurde auf ein Jahr ausgedehnt und das Ergebnis mit demjenigen
einer nach demselben Protokoll durchgeführten Untersuchung
vereint: 31% der Tiotropium-Behandelten (18% der Ipratropium-Behandelten)
erfuhren eine als relevant betrachtete Linderung der Dyspnoe,
52% (35%) eine Verbesserung der pulmonal bedingten Beschwerden
und Einschränkungen, und 35% (46%) waren von mindestens
einer COPD-Exazerbation betroffen.(5)
In einer 24-wöchigen Studie mit 623 Personen wurde Tiotropium
placebokontrolliert mit Salmeterol (Serevent®,
2mal 50 µg/Tag) verglichen. Die gemessenen Lungenfunktionswerte
– FEV1, FVC und «Peak flow» –
wurden durch Tiotropium besser beeinflusst als durch Salmeterol,
und zwar mehrheitlich signifikant. Unter Tiotropium notierte
man bei 42% eine Abnahme der Dyspnoe und bei 51% eine verbesserte
Lebensqualität; unter Salmeterol betrugen die entsprechenden
Zahlen 35% bzw. 40%. In beiden Gruppen wurde gleich häufig
auf zusätzliche Salbutamol- Inhalationen zurückgegriffen.(6)
Auch diese Daten wurden mit denjenigen einer zweiten Studie
zusammengefasst, wobei mit der kombinierten Analyse die Unterschiede
zwischen Tiotropium und Salmeterol geringer und nur noch bei
den Lungenfunktionswerten signifikant waren.(7)
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