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| Einführung |
Analog zu den Cephalosporinen werden die Chinolone heute ihrem Erregerspektrum entsprechend in "Generationen" eingeteilt. Chinolone der ersten Generation wie die Nalidixinsäure (Negram®) waren praktisch ausschliesslich gegen Enterobakterien in den Harnwegen wirksam und sind heute bei uns ganz verschwunden. Zur zweiten Generation gerechnet werden Norfloxacin (Noroxin® u.a.), das bei Harnwegs- und Darminfektionen wirksam ist, sowie Ciprofloxacin (Ciproxin®) und Ofloxacin (Tarivid®), die zudem bei systemischen Infekten und sexuell übertragenen Krankheiten verwendet werden. Diese Chinolone der zweiten Generation gelangen ausserdem lokal appliziert bei Konjunktivitis zum Einsatz. Ebenfalls zur zweiten Generation gezählt werden die in den 90er Jahren eingeführten Fleroxacin (Quinodis®) und Lomefloxacin (Maxaquin®).
Ein vor allem im gram-positiven Bereich erweitertes Wirkungsspektrum charakterisiert die zuletzt eingeführten Fluorochinolone: Zur dritten Generation gerechnet wird Levofloxacin (Tavanic®), zur vierten Generation Moxifloxacin (Avalox®). Gatifloxacin (Tequin®), ein weiteres Chinolon der vierten Generation, ist bisher in der Schweiz nicht erhältlich und wird deshalb im Folgenden nicht weiter besprochen. Diese Chinolone werden in erster Linie zur Behandlung von respiratorischen Infekten empfohlen. Mehrere Chinolone der dritten und vierten Generation - Grepafloxacin (Raxar®), Sparfloxacin (Zagam®), Trovafloxacin (Trovan®) - sind relativ kurz nach ihrer Einführung wegen unerwünschter Wirkungen wieder vom Markt verschwunden.
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| Chemie/Wirkungsmechanismus |
Durch Modifikation der ursprünglichen Chinolone wurden Medikamente mit einem
breiteren Wirkungsspektrum entwickelt. Parallel dazu wurden auch die orale
Verfügbarkeit und die Gewebegängigkeit der Wirksubstanzen verbessert. Seit
der zweiten Generation weisen alle Chinolone eine Fluoridgruppe am Atom C6
auf und werden deshalb als Fluorochinolone bezeichnet. Die verschiedenen
Fluorochinolone unterscheiden sich in ihren weiteren Substituenten. Ofloxacin
und Levofloxacin haben die gleiche chemische Struktur, ersteres ist ein Racemat
von zwei Isomeren, Levofloxacin das reine L-Isomer davon. 1.
Owens RC, Ambrose PG. Med Clin North Am 2000; 84: 1447-69
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Fluorochinolone hemmen die Funktion der bakteriellen DNA-Gyrase (Topoisomerase
II), eines Enzyms, das bei der Replikation der bakteriellen DNA eine wichtige
Rolle spielt. Neuer ist die Erkenntnis, dass sie auch die strukturell verwandte
Topoisomerase IV beeinflussen. Welcher der Angriffsorte für die antibakterielle
Wirksamkeit hauptsächlich verantwortlich ist, unterscheidet sich von Keim
zu Keim. Generell überwiegt bei gram-negativen Keimen die Wirkung auf die
Gyrase, bei gram-positiven diejenige auf die Topoisomerase IV. Unterschiede
in der relativen Wirkung auf die beiden Topoisomerasen sind eine der Erklärungen
für das veränderte Wirkspektrum der neueren Fluorochinolone. Mutationen in
den Genen der genannten Topoisomerasen können zur Resistenzbildung gegen Chinolone
führen. Ein zweiter bekannter Mechanismus, der zur Resistenz führen kann,
ist die Reduktion der intrazellulären Konzentration der Chinolone durch sogenannte
"Efflux-Pumpen". 2.
Hooper DC. Clin Infect Dis 2000; 31 (Suppl 2): S24-8
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Wie andere Antibiotika zeigen Fluorochinolone bei vielen Keimen einen postantibiotischen Effekt, d.h. deren Wachstum wird auch nach dem Absinken der Spiegel in den subtherapeutischen Bereich noch einige Zeit gehemmt.
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| Antibakterielles Wirkspektrum |
Das Wirkspektrum der Chinolone der zweiten Generation umfasst in vitro die
meisten gram-negativen Aerobier (z.B. E. coli und andere Enterobakterien,
Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Gonokokken). Pseudomonas aeruginosa
wird nur mässig gehemmt. Ciprofloxacin gilt als das wirksamste Fluorochinolon
bei diesem Keim. Wie sich gezeigt hat, ist aber bei wiederholten Behandlungen
(z.B. bei Personen mit zystischer Fibrose) eine Resistenzentwicklung kaum
zu vermeiden. Die Wirkung auf gram-positive Keime ist variabel, so werden
beispielsweise Streptokokken inklusive S. pneumoniae weniger gehemmt als durch
Penicillin. Staphylokokken sind teilweise sensibel, zeigen aber eine rasche
Resistenzentwicklung, Enterokokken und Anaerobier sind in der Regel resistent
(auch wenn sie gelegentlich in vitro als sensibel gefunden werden). In unterschiedlichem
Ausmass empfindlich sind intrazelluläre Erreger wie Legionellen, Chlamydien
und Mykoplasmen sowie Mykobakterien. 3.
Dalhoff A. Exp Opin Invest Drugs 1999; 8: 123-37
Die Chinolone der dritten und vierten Generation sind vor allem im gram-positiven Bereich wirksamer als ihre Vorgänger. Bezüglich S. pneumoniae ist Levofloxacin etwa doppelt so wirksam wie die älteren Fluorochinolone. Noch stärker gehemmt wird das Wachstum durch Moxifloxacin. Ähnliches gilt für andere Streptokokken und für Staph. aureus, wobei hier Kreuzresistenzen mit den älteren Fluorochinolonen häufiger ins Gewicht fallen. Allgemein gilt, dass Stämme, die eine Resistenz auf ein Fluorochinolon entwickelt haben, auf die anderen ebenfalls resistent oder zumindest deutlich weniger empfindlich sind.
Besser wirksam sind die Neueren auch bei "atypischen" Pneumonieerregern. Sie decken Mykoplasmen, Chlamydien und Legionellen ab; eine entsprechende klinische Dokumentation fehlt allerdings noch weitgehend. Im Falle der Mykoplasmen und Chlamydien sind die neuen Chinolone auch in vitro etwas weniger wirksam als Makrolide. Die wichtigsten Anaerobier (vor allem Bacteroides spp. und Clostridien) werden in vitro von Moxifloxacin besser gehemmt als von den Chinolonen der zweiten und dritten Generation. Moxifloxacin ist aber in dieser Hinsicht weniger wirksam als das zurückgezogene Trovafloxacin oder auch als Metronidazol (z.B. Flagyl®).
In ihrer Wirkung auf die meisten gram-negativen Bakterien sind ältere und
neuere Fluorochinolone vergleichbar. Gegen Pseudomonas aeruginosa ist Moxifloxacin
praktisch unwirksam. 3.
Dalhoff A. Exp Opin Invest Drugs 1999; 8: 123-37
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| Pharmakokinetik |
Alle neueren Fluorochinolone haben eine sehr gute orale Bioverfügbarkeit (zwischen 80% und 100%), die von gleichzeitiger Nahrungsaufnahme wenig beeinflusst wird. Maximale Plasmaspiegel werden zwischen 1 und 4 Stunden nach Einnahme erreicht. Sie penetrieren gut in Lunge, Knochen und Haut. Bei Levofloxacin und Moxifloxacin ist die Penetration ins zentrale Nervensystem gering.
Die neueren Fluorochinolone zeichnen sich durch eine lange Verweildauer
im menschlichen Organismus aus und können deshalb in der Regel einmal täglich
eingenommen werden. Mit 6 bis 8 Stunden liegt die Plasmahalbwertszeit von
Levofloxacin im Bereich von Ofloxacin, bei Moxifloxacin beträgt sie 8 bis
16 Stunden (Mittel: 12 Stunden). Levofloxacin wird grösstenteils unverändert,
Moxifloxacin in konjugierter Form renal eliminiert (und eignet sich damit
nicht für die Behandlung von Harnwegsinfekten). Metaboliten tragen nur zu
einem kleinen Teil zur antibakteriellen Wirksamkeit der neueren Fluorochinolone
bei. 4. 5.
Langtry HD, Lamb HM. Drugs 1998; 56: 487-515
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Barman Balfour JA, Lamb HM. Drugs 2000; 59: 115-39
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| Klinische Studien |
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| Ausserhalb des Spitals erworbene Pneumonien |
Kranke mit einer ausserhalb des Spitals erworbenen Pneumonie wurden in mehreren
randomisierten Studien mit einem der neueren Fluorochinolone behandelt. So
erhielten beispielsweise 590 Personen Levofloxacin oder sequentiell
Ceftriaxon/Cefuroxim-Axetil (Rocephin®/Zinat®). Zuerst wurden im Spital
die Antibiotika intravenös (Levofloxacin 500 mg, Ceftriaxon 1 bis 2 g täglich),
später oral (Levofloxacin 500 mg, Cefuroxim-Axetil 2mal 500 mg täglich) verabreicht.
In der Cephalosporin-Gruppe durfte zusätzlich ein Makrolid oder ein Tetrazyklin
gegeben werden. Die Behandlungsdauer betrug 7 bis 14 Tage. Die klinische Erfolgsrate
wurde mit 96% (unter Levofloxacin) bzw. 90% (unter Cephalosporinen) angegeben,
ein statistisch knapp signifikanter Unterschied. 6.
File TM et al. Antimicrob Agents Chemother 1997; 41: 1965-72
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In einer Doppelblindstudie bei nicht-hospitalisierten Personen erbrachten
Levofloxacin (täglich ein- oder zweimal 500 mg) und Amoxicillin-Clavulansäure
(Augmentin® u.a.; 500/125 mg dreimal täglich) bei je etwa 95% einen klinischen
Erfolg. 4.
Langtry HD, Lamb HM. Drugs 1998; 56: 487-515
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Ähnliche Ergebnisse zeigen die Studien mit Moxifloxacin. Bei 411 überwiegend
hospitalisierten Kranken mit einer vermuteten Pneumokokken-Pneumonie führten
Moxifloxacin (einmal täglich 400 mg per os) und Amoxicillin
(Original Clamoxyl®; zweimal täglich 1 g per os) zu einem vergleichbaren klinischen
Ergebnis (klinischer Erfolg bei 92% gegenüber 90%). 7. 5.
Das Gleiche gilt für den Vergleich mit Clarithromycin (Klacid®)
in zwei Doppelblindstudien. In einer Studie bei 678 nicht-hospitalisierten
Kranken betrug die klinische Erfolgsrate beispielsweise jeweils 94%, ob nun
Moxifloxacin einmal 200 mg/Tag, einmal 400 mg/Tag oder Clarithromycin (zweimal
500 mg/Tag) gegeben wurde. In bezug auf die bakteriologische Eradikation fand
sich teilweise ein signifikanter Vorteil von Moxifloxacin. Die Bedeutung dieser
Beobachtung ist allerdings begrenzt, da jeweils nur bei einer Minderheit der
Teilnehmenden überhaupt ein Erreger nachgewiesen werden konnte.
Petitpretz P et al. Chest 2001; 119: 185-95
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Barman Balfour JA, Lamb HM. Drugs 2000; 59: 115-39
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Bei Legionellosen ist die Wirksamkeit von Lomefloxacin und Moxifloxacin bisher in vivo noch ungenügend dokumentiert.
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| Exazerbationen einer chronischen Bronchitis |
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| Akute Sinusitis |
Bei radiologisch nachgewiesener Sinusitis maxillaris erbrachten Levofloxacin
(einmal 500 mg täglich) und Amoxicillin-Clavulansäure (dreimal 500/125
mg täglich) bei etwa 88% der Behandelten einen klinischen Erfolg und führten
nach 10 bis 14 Tagen bei je 58% zur vollständigen klinischen Heilung. 11. 12.
In einer anderen Studie bei akuter Sinusitis (191 Personen) besserten
sich unter Levofloxacin oder zweimal täglich 500 mg Clarithromycin
die Symptome bei je 94% der Behandelten. Vollständig geheilt waren zwei bis
fünf Tage nach Behandlungsabschluss aber erst 41% (unter Levofloxacin) bzw.
29% (unter Clarithromycin, Unterschied signifikant).
Adelglass J et al. Otolaryngol Head Neck Surg 1999; 120: 320-7
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Lasko B et al. J Int Med Res 1998; 26: 281-91
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Moxifloxacin war in zwei Doppelblindstudien bei klinisch diagnostizierter
akuter Sinusitis ähnlich gut wirksam wie Cefuroxim-Axetil (zweimal
250 mg täglich). Mit beiden Therapien wurden Heilungsraten um 90% erreicht. 13. 14.
Burke T et al. Clin Ther 1999; 21: 1664-77
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Siegert R et al. Respir Med 2000; 94: 337-44
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| Weitere Indikationen |
In zwei randomisierten Studien wurde Levofloxacin (250 mg täglich)
bei Personen mit kompliziertem Harnwegsinfekt (inklusive akute Pyelonephritis)
untersucht. Als Vergleichssubstanzen dienten Ciprofloxacin (zweimal
250 mg täglich) in der einen 15. 16. 4.
und Lomefloxacin (400 mg täglich) in der anderen Studie.
Richard GA et al. Clin Infect Dis 1996 ; 23 : 914 (Abstract)
Sowohl beim klinischen Ansprechen (um 90%) als auch bei der Eradikation
der Erreger (um 95%) waren die Behandlungen jeweils ebenbürtig. In einer Untergruppenanalyse
dieser beiden Studien fand sich auch für die Patientinnen und Patienten mit
einer akuten Pyelonephritis eine praktisch identische Erfolgsrate unter
Levofloxacin und den Vergleichssubstanzen.
Klimberg IW et al. Urology 1998; 51: 610-5
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Langtry HD, Lamb HM. Drugs 1998; 56: 487-515
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In zwei Studien waren Levofloxacin und Ciprofloxacin klinisch
etwa gleich wirksam bei der Behandlung von unkomplizierten Haut- und Weichteilinfekten.
In der einen Studie führte Levofloxacin häufiger zur Eradikation der nachgewiesenen
Erreger (vor allem Staph. aureus, seltener S. pyogenes). 4.
Langtry HD, Lamb HM. Drugs 1998; 56: 487-515
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| Unerwünschte Wirkungen |
In den klinischen Studien wurden als unerwünschte Wirkungen Nausea, Diarrhoe,
Kopfschmerzen und Unruhe am häufigsten beobachtet. 4. 5. 1. 17.
Alle Fluorochinolone können auch schwerwiegendere unerwünschte Wirkungen
am zentralen Nervensystem hervorrufen. Dazu gehören psychiatrische Störungen
und epileptische Krampfanfälle. Es gibt Unterschiede im Risiko zwischen
den verschiedenen Substanzen, die zum Teil mit strukturellen Unterschieden
und der unterschiedlichen Penetration ins zentrale Nervensystem erklärt werden
können. Von den heute verfügbaren Präparaten gilt Fleroxacin als dasjenige
mit den häufigsten zentralnervösen Wirkungen. Lomefloxacin wurde am häufigsten
mit epileptischen Anfällen in Verbindung gebracht.
Langtry HD, Lamb HM. Drugs 1998; 56: 487-515
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Barman Balfour JA, Lamb HM. Drugs 2000; 59: 115-39
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Owens RC, Ambrose PG. Med Clin North Am 2000; 84: 1447-69
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Ball P et al. Drug Saf 1999; 407-21
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Ebenfalls je nach Substanz unterschiedlich ausgeprägt ist das Potential für eine Fluorochinolon-Phototoxizität. Unter Versuchsbedingungen sind Lomefloxacin und Fleroxacin am stärksten phototoxisch. Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin und Levofloxacin nehmen eine Mittelstellung ein, während Moxifloxacin in dieser Hinsicht besser toleriert wird.
Moxifloxacin verursacht aber häufiger eine Verlängerung der QT-Zeit. Damit steigt das Risiko von lebensbedrohlichen Arrhythmien ("torsades de pointes") an. Dieses Medikament ist deshalb kontraindiziert bei bekannter QTc-Verlängerung, bei Hypokaliämie oder bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Medikamenten, die diese Wirkung haben können wie z.B. Amiodaron (Cordarone®) und verschiedene andere Antiarrhythmika.
Weitere dokumentierte Nebenwirkungen von Fluorochinolonen sind Tendopathien,
anaphylaktoide Reaktionen, allergische Pneumonitis, Leberreaktionen und Nierenversagen
sowie Antibiotika-assoziierte Enterokolitis. 1. 17.
Owens RC, Ambrose PG. Med Clin North Am 2000; 84: 1447-69
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Ball P et al. Drug Saf 1999; 407-21
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Fluorochinolone verursachen allgemein bei jungen Labortieren Knorpelschädigungen.
Obwohl nicht völlig geklärt ist, wieweit diese Befunde beim Menschen relevant
sind, 17.
sind alle Chinolone bei schwangeren und
stillenden Frauen, Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter kontraindiziert.
Ball P et al. Drug Saf 1999; 407-21
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Ob die neuesten Vertreter neben den klassenspezifischen Nebenwirkungen auch
bestimmte substanzspezifische Probleme verursachen können, ist noch nicht
sicher abzuschätzen. Die Reihe der Fluorochinolone, die wenige Jahre nach
ihrer Markteinführung wegen unerwünschter Wirkungen mehr oder weniger vollständig
vom Markt zurückgezogen wurden, ist lang und reicht bis in die jüngste Vergangenheit.
Zu nennen sind Temafloxacin (Teflox®, hämolytisch-urämisches Syndrom), Sparfloxacin
(Zagam®, QT-Verlängerung, schwere Phototoxizität), Tosufloxacin (Tosuxacin®,
Nierenschäden, kardiale Nebenwirkungen), Trovafloxacin (Trovan®, Leberschäden)
und Grepafloxacin (Raxar®, Arrhythmien im Zusammenhang mit QT-Verlängerungen). 18.
Ball P. Int J Antimicrob Agents 2000; 16: 263-72
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| Interaktionen |
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| Dosierung/Verabreichung/Kosten |
Levofloxacin (Tavanic®) ist als Filmtabletten zu 250 mg und 500 mg sowie als Infusionsflaschen zu 250 mg und 500 mg erhältlich und kassenzulässig. Levofloxacin ist in der Schweiz zur Behandlung Erwachsener zugelassen, die an einer durch empfindliche Keime verursachten Infektion erkrankt sind. Dazu gehören in erster Linie: akute Sinusitis, Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Pneumonie (Erfahrung bei Legionellosen ungenügend), komplizierte Harnwegsinfektionen und Pyelonephritis, Haut- und Weichteilinfekte. Die übliche Tagesdosis beträgt bei Harnwegsinfekten 250 mg einmal täglich und 500 mg einmal (eventuell zweimal) täglich bei respiratorischen Infekten; bedrohliche Infekte können initial mit der gleichen Dosis intravenös behandelt werden.
Moxifloxacin (Avalox®) ist ausschliesslich als Tabletten zu 400 mg erhältlich und ebenfalls kassenzulässig. Offizielle Indikationen sind: akute Sinusitis; Exazerbation einer chronischen Bronchitis; leichte, unkomplizierte "ambulant" erworbene Pneumonie (Erfahrung bei Legionellosen ungenügend). Die übliche Dosierung beträgt 400 mg einmal täglich.
Die Tabelle 1 vermittelt eine vergleichende Übersicht zu den wichtigsten Indikationen, Dosierungen und Kosten der neueren Chinolone. Die Kosten einer oralen 10tägigen Behandlung einer Pneumonie kommen mit Levofloxacin auf CHF 94.70, mit Moxifloxacin auf CHF 86.25 zu stehen. Die in den Studien verwendeten Vergleichssubstanzen verursachen demgegenüber Kosten zwischen CHF 36.05 (Amoxicillin-Generikum Helvamox® 2mal 1000 mg täglich) und CHF 135.50 (Clarithromycin = Klacid® 2mal 500 mg täglich).
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| Tabelle 1: Fluorochinolone: Vergleich der Dosierung und Kosten bei ausgewählten Indikationen |
| Indikationen / Chinolone (Markennamen) | Tagesdosis | Dauer (Tage) | Kosten* |
| Pneumonie, Sinusitis, Exazerbation einer chronischen Bronchitis | |||
| Moxifloxacin (Avalox®) |
1mal
400 mg
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5-10
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86.25
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| Levofloxacin (Tavanic®) |
1mal
500 mg
|
5-10
|
94.70
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| Komplizierter Harnwegsinfekt | |||
| Levofloxacin (Tavanic®) |
1mal
250 mg
|
7-10
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63.15
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| Ciprofloxacin (Ciproxin®) |
2mal
250 mg
|
7-10
|
78.55
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| Ofloxacin (Tarivid®) |
2mal
200 mg
|
7-10
|
79.35
|
| Unkomplizierter Harnwegsinfekt | |||
| Norfloxacin (Noroxin®) |
2mal 400 mg
|
3
|
18.30
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| Generika: Norflocin®, Norsol® | 13.80 | ||
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*
In CHF, gerechnet mit Publikumspreisen für eine 3- bzw. 10tägige
Behandlung
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| Schlussfolgerungen |
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| Literatur |
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| Links |
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| Neuere Fluorochinolone | pharma-kritik, Jg.22/No.18 |
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