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April 1997
*R*
Moss AJ, Hall WJ, Cannom DS et al. Improved survival
with an implanted defibrillator in patients with coronary disease at high
risk for ventricular arrhythmia. N Engl J Med 1996 (26. Dezember); 335:1933-40
[Medline]
Implantierte Defibrillatoren
senken koronare Mortalität
Studienziele
Die Zweijahresmortalität von Personen mit intermittierenden
Kammertachykardien nach Myokardinfarkt beträgt rund 30%. Es wurde
untersucht, ob implantierte Defibrillatoren eine bessere Prophylaxe dieser
Rhythmusstörungen ermöglichen als eine medikamentöse Behandlung.
Methoden
Die Untersuchung wurde zwischen 1990 und 1995 in 32 Spitälern
in den USA und Europa durchgeführt. Individuen, die einen Myokardinfarkt
erlitten hatten und eine Herzinsuffizienz (Auswurffraktion von 35% oder
weniger) mit dokumentierten Episoden von asymptomatischen Kammertachykardien
aufwiesen, wurden elektrophysiologisch getestet. 196 Personen, bei denen
dabei eine Kammertachykardie ausgelöst werden konnte, wurden in die
Studie aufgenommen. Nach dem Zufall erhielten 95 Personen einen Defibrillator
implantiert. 101 Personen wurden ausschliesslich konventionell behandelt,
wobei die Wahl des Antiarrhythmikums vom behandelnden Arzt getroffen wurde.
Die durchschnittliche Beobachtungszeit betrug 27 Monate; als Endpunkt wurde
die Gesamtsterblichkeit definiert.
Ergebnisse
In der Defibrillator-Gruppe kam es zu insgesamt 15 Todesfällen
(15,8%), von diesen waren 11 (11,6%) kardial verursacht. Von den medikamentös
Behandelten starben 39 Personen (38,6%), davon 27 (26,7%) aus kardialen
Gründen. Dieser Unterschied ist statistisch signifikant. Im Vergleich
mit der nur konventionell behandelten Gruppe betrug das Sterberisiko für
Personen mit Defibrillator 0,46 (95% Vertrauensintervall 0,26-0,82, siehe
Seite 32). Die Sterblichkeit bei Personen mit implantierten Defibrillatoren
wurde also um 54% reduziert (95% Vertrauensintervall 18% - 74%). Die Überlegenheit
des Defibrillators war bereits kurz nach Behandlungsbeginn nachweisbar.
Schlussfolgerungen
Bei Personen mit hohem Risiko für ventrikuläre
Tachyarrhythmien nach Myokardinfarkt führen implantierbare Defibrillatoren
zu einer besseren Überlebensrate als eine medikamentöse antiarrhythmische
Behandlung.
Diese aufsehenerregenden Resultate müssten wegen
der wichtigen praktischen Konsequenz in einer weiteren Studie überprüft
werden. Falls jeder Patient mit verminderter Auswurffraktion und asymptomatischen
kurzen Kammertachykardien einen Defibrillator erhalten müsste, wären
die ökonomischen Konsequenzen (Kosten des Defibrillators!) enorm.
Die kürzlich veröffentlichten Studien CAMIAT 1 und EMIAT 2 zeigen
eindeutig, dass Todesfälle infolge Rhythmusstörungen durch Amiodaron
(Cordarone®) reduziert werden können. Die Antiarrhythmikagruppe
in der hier zusammengefassten Studie wurde nicht nach einem einheitlichen
Schema behandelt. Die Resultate weiterer vergleichender Untersuchungen
müssen abgewartet werden, bevor eine erweiterte Indikation zur Defibrillatorimplantation
empfohlen werden kann.
Ferenc Follath
1 Cairns JA, Connolly SJ, Roberts R et al. Randomised
trial of outcome after myocardial infarction in patients with frequent
or repetitive ventricular premature depolarisations: CAMIAT. Lancet 1997;
349: 675-82 [Medline]
2 Julian DG, Camm AJ, Frangin G et al. Randomised trial
of effect of amiodarone on mortality in patients with left-ventricular
dysfunction after recent myocardial infarction: EMIAT. Lancet 1997; 349:
667-74 [Medline]
Dokument S71 - © INFOMED 2002
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