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April 1997 *R*
Schöni MH, Nikolaizik WH, Schöni-Affolter
F. Efficacy trial of bioresonance in children with atopic dermatitis. Int
Arch Allergy Immunol 1997 (Februar); 112: 238-46 [Medline]
Bioresonanz bei Dermatitis
wirkungslos
Studienziele
Es wurde untersucht, ob eine zusätzlich zur konventionellen
Therapie durchgeführte Bioresonanztherapie bei Kindern mit atopischer
Dermatitis wirksam ist. Die Bioresonanztherapie beruht auf dem Prinzip,
dass vom Menschen produzierte elektromagnetische Wellen via Metallelektroden
einem sogenannten Bioresonanzanalysator zugeführt werden. Der Analysator
erkennt pathologische Wellenmuster und führt diese in ein normales
Muster zurück. Die nun «gesunden» elektromagnetischen
Wellen werden wieder zum Probanden zurückgeführt. Dieses Verfahren
soll die Selbstheilungskräfte des Körpers fördern.
Methoden
Diese Parallel-Doppelblindstudie wurde in einer Schweizer
Höhenklinik mit 16 Kontrollpaaren, also insgesamt 32 Kindern im Alter
von eineinhalb bis 17 Jahren durchgeführt. Die mittlere Hospitalisationsdauer
betrug vier Wochen. Die Studie fand zwischen Juli 1992 und Juli 1995 statt.
Für die Studie wurde ein spezieller Bioresonanzapparat entwickelt,
der eine Aktiv- oder eine Placebo-Therapie durchführen konnte. Die
Kinder erhielten neben der konventionellen Dermatitistherapie (vorwiegend
lokale Therapie mit Gentianaviolett und Hautpräparaten mit Steroiden,
Antibiotika und Harnstoff) zweimal wöchentlich entweder eine echte
oder eine «imitierte» Bioresonanztherapie.
Ergebnisse
Die klinischen Symptome wie Juckreiz, Schlafstörung
und sichtbare Hautläsionen besserten sich in beiden Gruppen deutlich.
Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den aktiv behandelten und
den Placebo-behandelten Kindern wurden jedoch weder unmittelbar nach Abschluss
der Behandlung noch bei der Nachkontrolle nach acht Monaten gefunden. Verglichen
mit den anfänglichen Messwerten war am Studienende in der Placebo-Gruppe
eine signifikante Abnahme der aktivierten CD8-Lymphozytenzahl und in beiden
Gruppen ein Anstieg der B-Lymphozytenzahl festzustellen. Andere Laborwerte
(IgE-Titer, Eosinophilie und Lymphozyten-Subpopulationen) unterschieden
sich in den beiden Gruppen nicht signifikant und änderten sich auch
während der Behandlung nicht.
Schlussfolgerungen
Eine zusätzlich zur konventionellen medikamentösen
Behandlung durchgeführte Bioresonanztherapie zur Behandlung von atopischen
Hauterkrankungen bei Kindern führte weder unmittelbar nach der vierwöchigen
Behandlung noch acht Monate später zu einem zusätzlichen messbaren
therapeutischen Vorteil.
Auch wenn die Wirkungsweise eines Verfahrens unklar
ist, so muss doch zumindest dessen Wirkung dokumentiert werden können.
Dieser Forderung haben auch komplementärmedizinische Therapieformen
zu genügen. Es ist unethisch, mit unwirksamen und kostspieligen Therapien
falsche Erwartungen bei den Patienten zu wecken. Obwohl die vorliegende,
methodologisch sauber durchgeführte Studie klar zeigt, dass eine Bioresonanztherapie
zu keiner Verbesserung einer atopischen Dermatitis beiträgt, wird
die Wissenschaftskontroverse zwischen Schul- und Komplementärmedizin
bestehen bleiben. Daran werden weitere placebokontrollierte Studien mit
negativem Resultat kaum etwas ändern. Auch zukünftigen Erfolgen
der wissenschaftlichen Medizin wird es kaum gelingen, irrationale Therapien
zu verdrängen. Diese waren und werden immer Begleiter der Schulmedizin
bleiben, wie es Jeremias Gotthelf bereits vor über 100 Jahren eindrücklich
in seinen Romanen beschrieb.
Benedikt Holzer
Dokument S72 - © INFOMED 2002
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