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August 1999 *K*
Gapstur SM, Morrow M, Sellers TA. Hormone replacement therapy and
risk of breast cancer with a favorable histology: results of the Iowa Women's
Health Study. JAMA 1999 (9. Juni); 281: 2091-7 [Medline]
Hormontherapie und Brustkrebsrisiko
Studienziele
Die Hormonsubstitution nach der Menopause ist offenbar mit einem erhöhten
Brustkrebs-Risiko verbunden. Bis heute ist nicht bekannt, in welchem Umfang
eine Hormontherapie das Risiko ganz bestimmter histologischer Typen von
Brustkrebs beeinflusst. Im Rahmen einer Kohortenstudie (Januar 1986 bis
Dezember 1996) wurde untersucht, ob zwischen Hormonsubstitution und dem
Risiko eines duktalen Karzinoms in situ, eines invasiven Karzinoms mit
«vorteilhafter» Histologie und eines invasiven duktalen oder
lobulären Karzinoms eine Beziehung besteht.
Methoden
Aufnahme in die Iowa Women's Health Study fanden rund 37'000 Frauen
im Alter von 55 bis 69 Jahren. Für die vorliegende Analyse wurde das
relative Risiko der oben erwähnten histologischen Brustkrebstypen
in Abhängigkeit von der Dauer der Hormonsubstitution mittels multivariater
Analyse ermittelt. Sowohl Frauen mit aktueller als auch mit abgeschlossener
Hormontherapie wurden berücksichtigt, jedoch keine Frauen vor der
Menopause oder nach Mastektomie.
Ergebnisse
Während der 11jährigen Beobachtungszeit traten insgesamt 1'520
Fälle von Brustkrebs auf. In rund 77% handelte es sich um invasive
duktale oder lobuläre Karzinome. Ein duktales Karzinom in situ fand
sich bei knapp 12% und ein invasives Karzinom mit «vorteilhafter»
Histologie bei gut 5% der Fälle. Unter Berücksichtigung von Alter
und Risikofaktoren waren invasive Karzinome mit «vorteilhafter»
Histologie nach mindestens 5jähriger Hormoneinnahme signifikant gehäuft:
so betrug das relative Risiko bei Frauen, die Hormone weniger als 5 Jahre
einnahmen 1,8 gegenüber 2,7 bei Frauen, die Hormone länger als
5 Jahre einnahmen. Bei den Frauen mit den übrigen histologischen Typen
konnte kein erhöhtes Risiko festgestellt werden. Während
der Hormonsubstitution war das relative Risiko für ein invasives Karzinom
mit «vorteilhafter» Histologie – unabhängig von der Behandlungsdauer
– besonders hoch (4,4). Ein relatives Risiko von 1,4 für ein invasives
duktales oder lobuläres Karzinom bestand für Frauen mit einer
weniger als 5 Jahre dauernden Hormonbehandlung.
Schlussfolgerungen
Eine Hormonsubstitution nach der Menopause erhöht in erster Linie
das Risiko, an einem Brustkrebs mit «vorteilhafter» Histologie
zu erkranken.
Die Beziehung zwischen Hormonersatz und Brustkrebsrisiko ist nach
wie vor unklar und deshalb umstritten. In dieser Studie wurde diese Beziehung
an 37'105 Frauen nach der Menopause anhand von drei klar definierten histologischen
Typen untersucht: das duktale Karzinom in situ, das invasive Karzinom mit
günstiger Histologie und das invasive duktale und/oder lobuläre
Karzinom. Es ergab sich folgendes Resultat:
Zwischen der Dauer des Hormonersatzes und der Inzidenz des histologisch
günstigen Karzinoms besteht eine eindeutig positive Beziehung. Dies
gilt nicht für die anderen zwei Typen. Diese Beobachtung stimmt mit
mehreren anderen Studien gut überein, wonach Tumoren nach langem Hormonersatz
kleiner, gut differenziert und proliferativ wenig aktiv sind.1
Peter Forrer
1 Holli K, Isola J, Cuzick J. Low biologic aggressiveness in breast
cancer in women using hormone replacement therapy. J Clin Oncol 1998 (September);
16: 3115-20 [Medline]
Dokument Q32 - © INFOMED 2002
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