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Update: Volltexte gratis
Seit vielen Jahren offerieren wir den Abonnentinnen und Abonnenten
von pharma-kritik einen regelmässigen Mailservice, mit
dem wir Links zu kostenlos erhältlichen medizinischen
Volltexten vermitteln. Wer mit dem medizinischen Web einigermassen
vertraut ist und den Zeitaufwand nicht scheut, kann sich jedoch
solche Adressen auch selbst heraussuchen.
Viele Zeitschriften, die während Jahren kostenlos verfügbar
waren, sind es allerdings heute nicht mehr. Ein Beispiel ist
das British Medical Journal (BMJ,
www.bmj.com): wenn man alle aktuellen Artikel im BMJ ansehen
will (und kein Abonnement für das gedruckte Heft hat),
so bezahlt man seit 2005 rund 50 Franken Gebühr pro Jahr
– immer noch ein sehr bescheidener Obulus für eine
gute Zeitschrift.
Periodika, die im PubMed Central veröffentlicht werden,
gewinnen allmählich an Bedeutung. An dieser Adresse finden
sich zahlreiche Publikationen, von denen die meisten vollständig
kostenlos abgerufen werden können (http://
www.pubmedcentral.nih.gov/front-page/fp.fcgi?cmd=full_view).
Es ist zuzugeben, dass viele der hier veröffentlichten
Fachzeitschriften noch nicht das Niveau der entsprechenden
kostenpflichtigen Konkurrenz erreichen. Einige davon haben
sich jedoch in verhältnismässig kurzer Zeit zu vollwertigen
Fachzeitschriften entwickelt; das Heft «Public Library
of Science Medicine» (PLoS Medicine) ist dafür
ein gutes Beispiel (http://medicine.plosjournals.org).
PLoS veröffentlicht auch ein bemerkenswertes «Biology»-Journal,
hat soeben ein «Pathogens»-Journal gestartet und
plant noch weitere, ähnliche Publikationen, z.B. zu klinischen
Studien.
Zugang zu Gratis-Volltexten hat man auch über HighWire
Press (http://highwire.stanford.edu).
Hier handelt es sich allerdings in den meisten Fällen
um Zeitschriften, die erst nach Monaten bis Jahren ihre vollständigen
Texte gratis abrufen lassen. Es gibt aber doch einige dabei
(z.B. das Canadian Medical Association Journal), die immer
sogleich im Volltext erhältlich sind.
Ein weitere Sammlung von Zeitschriften, die ihre Volltexte
gratis anbieten, findet sich bei «Free Medical Journals
» (www.freemedicaljournals.com):
Diese Liste überschneidet sich zwar teilweise mit den
bereits erwähnten, enthält jedoch auch eine grössere
Zahl von nicht-englischen (besonders spanischen) Zeitschriften.
Schliesslich kann auch Medscape (www.medscape.com)
erwähnt werden, eine Adresse, bei der man sich zuerst
einmal (kostenlos) einschreiben muss. Medscape bietet einiges,
das man sonst nicht findet, insbesondere eine Auswahl von
aktuellen Gratistexten aus Zeitschriften, die normalerweise
bezahlt werden müssten. Bedauerlich ist allerdings, dass
bei Medscape die Pharma-Werbung unangenehm aufdringlich angebracht
ist, unter anderem auch mit einer Reihe von «Industry
Spotlights».
Etzel Gysling
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