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Webmail – keine schlechte Option

Die elektronische Post wird heute so häufig verwendet, dass viele Leute ihr Postfach von verschiedenen Computern aus einsehen. Wenn man aber Wert darauf legt, alle Mails, die man erhalten oder selbst versandt hat, auf dem eigenen Computer beieinander zu haben, ergeben sich gewisse Probleme. Wenn ich beispielsweise von einem fremden Computer aus antworte, so ist primär nicht sichergestellt, dass sich später diese Antwort in meinem eigenen Computer wieder findet. Es kann mir auch passieren, dass ich am fremden Computer die Mail, die ich erhalten habe, versehentlich lösche, womit sie dann unwiderruflich verloren ist.

Diese Problematik lässt sich vermeiden, wenn man einen der beiden «grossen» Webmail-Services verwendet. Sowohl Google (gmail.google.com) als auch Yahoo! (http:// mail.yahoo.com/) bieten heute sehr komfortable Webmail- Lösungen an. Wer sich entschliesst, seinen gesamten elektronischen Briefverkehr über Browser-basierte Dienste abzuwickeln, kann so von einem beliebigen Computer aus alle emails einsehen, beantworten und verwalten. Zwischen Gmail (=Google Mail) und Yahoo!Mail gibt es allerdings einige Unterschiede, von denen ich hier nur die wichtigsten nennen kann. Ein Gmail-Konto erhält man bis anhin nur «auf Empfehlung» von jemandem, der bereits ein solches Konto hat (das dürfte sich allerdings in Zukunft ändern). Die Gratisversion von Yahoo!Mail bietet 1 GB Speicher, enthält Werbung und kann ausschliesslich über den Browser erreicht werden. Gmail – immer gratis – enthält zwar auch Werbung, offeriert jedoch rund 2,5 GB Speicher und ermöglicht verschiedene Zusatzdienste (z.B. das Abholen der Mail mit dem «normalen» Mailclient wie Outlook Express, Eudora usw.). Bei beiden Webmail-Diensten ist ein Virenschutz eingebaut. Als sehr gut wird die kostenpflichtige Version Yahoo!MailPlus (für knapp $20 jährlich) eingeschätzt, da sie keine Werbung enthält, mehr Speicherplatz und verschiedene Zusatzdienste bietet.

Wenn man jedoch bei einer Gratisversion bleiben will, muss man sich damit abfinden, «personalisierte» Werbung zu erhalten. Mit anderen Worten: die Mails werden von einem Computer nach Stichworten durchsucht, die es ermöglichen, individualisierte Werbung mitzuschicken. Diese Tatsache muss zu denken geben – nicht alle Leute möchten ihre Mail «anonym» durchkämmt wissen.

Zugang zur eigenen Mailbox finde ich auch von einem fremden Computer. Sollte mein Provider (Bluewin, Cablecom usw.) keinen eigenen Webmail-Zugang offerieren, so bietet sich Mail2Web (www.mail2web.com) an. An dieser Adresse kann man sich von einem beliebigen Computer via Browser in die eigene Mailbox einwählen («from any computer, anywhere in the world»). Natürlich muss man die eigene Mailadresse und das Passwort wissen! Um eine (fast) perfekte Synchronisation zu erreichen, ist es aber wichtig, dass man sich von jeder an einem fremden Computer verfassten Antwort noch eine Kopie an die eigene Adresse schickt. Am eigenen Computer kann ein Filter eingebaut werden, der solche Kopien automatisch ins gleiche «Fach» wie die hier verfassten Antworten einordnet. So ist es möglich, dass schliesslich am eigenen Computer doch alle Mails beieinander und richtig sortiert sind.

Etzel Gysling

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