| Mein eigener
Radio-Kanal II
Die Zugriffszahlen auf meinen Podcast haben in den letzten
Wochen nicht zugenommen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass
mein Podcast weder genügend informativ noch unterhaltsam
ist. Was machen denn die anderen besser?
Podcast-Verzeichnisse
Meine Suche nach guten Podcasts startet natürlich bei
Google: «podcast». Anzahl Treffer: 106 Millionen.
Zwei der wichtigsten Podcast-Verzeichnisse werden gleich aufgeführt
(http://www.podcast.de
und http://www.podcast.net).
Wie bei strukturierten Linksammlungen üblich, kann man
hier thematisch weitersuchen. Bei http://www.podcast.de/
werden 1302 «Sendungen» in sechzehn Hauptkategorien
aufgeführt, unter «Medizin» finden sich aber
nur vier. Wirklich medizinisch scheint mir nur «Zeit
zu zweit» zu sein – Urologen und Sexualmedizinerinnen
äussern sich zum Thema Erektionsstörungen. Sex sells?
Die Internet-Sprache: Englisch
Viel spannender ist mein Ausflug bei http://www.podcast.net/.
Die Kategorie «Medicine» zählt 93 Einträge.
Als erstes sticht mir das Kürzel NEJM ins Auge. Das renommierte
Blatt «New England Journal of Medicine» bietet
einerseits die Kurzübersicht über die aktuelle Print-Ausgabe
«NEJM This Week» (ca. 7 Min.), andererseits veröffentlicht
es Interviews. Das aktuellste ist über antivirale Resistenzen
bei Influenzaviren. Auch hinter vielen anderen Podcasts scheint
Expertenwissen zu stecken: «STAT! – The Podcast
of Clinical Neurology News» oder «New Perspectives
and Controversies in Cardiology». Sollte ich meinen
eigenen Podcast doch auf Englisch machen?
Dr. Pod
Als medizinischer Laie suche ich eher leichtere Kost und wähle
«Dr Pods Healthcast» aus Edinburgh (http://web.mac.com/magnuswake/iWeb/Dr%20Pod/Welcome.html).
In ihrer aktuellen Folge reden Dr. Deborah Bruce und Magnus
Wake u.a. über die Rechtsentwicklungen im kommerziellen
Markt für Spende-Organe. Auch die anderen Themen finde
ich unterhaltsam. Ich beschliesse, diesen Podcast zu abonnieren.
Podcatcher
Wie im letzten Internet Corner von infomed-screen geschildert,
erfüllt die Podcaster-Software zwei Hauptfunktionen:
Einerseits überprüft sie, ob die von mir bestimmten
Quellen Neues publizieren. Ist dies der Fall, lädt sie
die Datei herunter und präsentiert sie mir als neuen
Podcast, den ich entweder auf meinen PC überspielen oder
auf mein portables Musikabspielgerät kopieren kann. Die
Dateien sind meistens im MP3-Format. Die Podcast-Softwareprodukte
heissen beispielsweise iPodder oder Doppler. Apple bietet
mit der neusten iTunes-Version ebenfalls Podcast-Funktionen
an.
Video killed the Radio Star
Zurück zu meinem eigenen Podcast. Welchen Mehrwert könnte
ich bieten, damit ich mehr Aufmerksamkeit erhalte? Gute und
neue Informationen zu publizieren ist aufwändig. Dasselbe
gilt für Unterhaltung. Sollte ich vielleicht dem Trend
folgen und auf Reality-Show setzen? «In fifteen minutes
everybody will be famous», soll Andy Warhol einmal gesagt
haben. Genau, morgen kaufe ich eine Videokamera und mache
von nun an mein Tagebuch-Fernsehen!
Lukas Gysling
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