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Update: medizinische Informationsquellen

Welches sind die guten medizinischen Informationsquellen im Internet? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt und ist natürlich nie einfach zu beantworten. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle drei Informationsquellen vorstellen, die nach unserer Meinung gute Information bieten. Alle drei Dienste sind kostenlos, benötigen aber vor der ersten Benutzung eine Registrierung mit Benutzername und Passwort.

Auf einer Zusammenarbeit der McMaster-Universität (Hamilton, Kanada) mit der «British Medical Journal»- Gruppe basiert das neue «bmjupdates» (http:// bmjupdates.mcmaster.ca). Neue Arbeiten aus über 100 medizinischen Fachzeitschriften und den CochraneÜbersichten werden systematisch angeschaut, mit einem Rating versehen und verschiedenen medizinischen Interessengebieten zugeordnet. Die Datenbank ist bereits jetzt beeindruckend gross und kann als Nachschlagewerk benutzt und durchsucht werden. Was die Site für die regelmässige individuelle Weiterbildung interessant macht, ist die Möglichkeit, den Zugang den eigenen Interessen anzupassen. Ich kann so nicht nur neue Arbeiten aus meinem Fachgebiet herausfiltern, sondern mit dem Rating der Einträge auch bestimmen, ob ich dabei nur die «wichtigsten» Arbeiten oder auch als weniger wichtig eingestufte Arbeiten sehen will. Ich kann mir die neuen Publikationen mit Hilfe des «email alerting system» auch regelmässig zuschicken lassen. Damit man nicht zu viel erhält, empfiehlt es sich allerdings, den Relevanz-Filter auf die höchste Stufe zu setzen.

Ähnliche Möglichkeiten bietet «HighWire Press» der amerikanischen Stanford-Universität (http://highwire.stanford.edu). Diese Site existiert schon länger (wir haben an dieser Stelle schon darüber berichtet) und wurde im letzten Herbst etwas «geliftet». Sie eignet sich meiner Meinung nach etwas weniger gut als «bmjupdates» für die regelmässige individuelle Weiterbildung. «HighWire Press» zeigt dafür bei der Informationssuche besser an, welche Artikel frei zugänglich sind und bietet darüber hinaus andere gute Möglichkeiten, um die Informationssuche zu individualisieren. Ich kann beispielsweise meine Favoriten unter den Fachzeitschriften definieren und eine Suche nur unter diesen durchführen. Ich kann ausserdem «HighWire Press» so einrichten, dass ich bei abonnierten Zeitschriften direkt eingeloggt werde (interessant z.B. für Angehörige einer Uni, die als solche Zugang zu einer Vielzahl von Fachzeitschriften haben).

Eine Bereicherung stellt auch die «National electronic Library for Medicines» des nationalen britischen Gesundheitssystems NHS dar (http://www.nelm.nhs.uk). Sie bietet Neuigkeiten und Fragen und Antworten aus verschiedenen Fachgebieten, Medikamenten-Informationen (z.B. Berichte zu unerwünschten Wirkungen), Studienbesprechungen und noch viel mehr. Hier lassen sich beispielsweise Kommentare zu neuen Therapien finden, die sich mit deren ökonomischen Folgen beschäftigen oder auch Guidelines zu verschiedenen Themen. Die Site bietet auch einen RSS-Dienst, der es ermöglicht, Neues aus verschiedenen Fachgebieten zu abonnieren, d.h. ich bekomme neu veröffentlichte Texte jeweils direkt zugestellt, ohne dass ich dafür die Site aufsuchen muss (siehe Internet Corner Januar 2006).

Peter Ritzmann

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