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Web 2.0
Wer sich mit den Angeboten und Inhalten des Internets befasst,
trifft heute oft auf den Begriff «Web 2.0». Was
ist darunter zu verstehen? Ist es wichtig für uns? Versucht
man, diese Fragen zu beantworten, so erkennt man rasch, dass
sich hinter «Web 2.0» keine Revolution, kein Paradigmawechsel
versteckt. Evolution dagegen findet im Internet sehr wohl
statt – ob man diese Weiterentwicklung unter einen neuen
Titel stellen will, ist eine Ermessensfrage. Es lohnt sich
aber doch, ein paar wichtige – positive und negative
– Entwicklungen aufzuzeigen.
Wer will, kann heute Anwendungen, die sich traditionell nur
im eigenen «Personal Computer» befanden, über
das Internet benützen. Textdokumente, Tabellen, Präsentationsgrundlagen
lassen sich – mit entsprechenden Freigaben – auch
von mehreren Personen bearbeiten. Praktisch ist die Web-basierte
Verwaltung von Agenden, z.B. im Google- Kalender (www.google.com/calendar),
der eine flexible Synchronisierung mit entsprechenden Programmen
am eigenen PC oder an mobilen Geräten ermöglicht.
Eine auffällige Änderung lässt sich als Demokratisierung
bezeichnen. Mehr als je ist es für alle möglich,
ohne grossen Aufwand selbst zum Inhalt des Internets beizutragen.
Mit anderen Worten: jede Frau, jeder Mann, ja jedes Kind kann
Autorin oder Autor sein. Nach verlässlichen Statistiken
gibt es zur Zeit (Juli 2007) mehr als 70 Millionen Web-Tagebücher
(«Blogs») und bei «YouTube» (www.youtube.com)
sollen täglich mehr als 50'000 Videosequenzen veröffentlicht
(«uploaded») werden, wobei allerdings ein Teil
der Videos Plagiate sind. Neben YouTube gibt es noch viele
andere Sites, die dasselbe anbieten und natürlich auch
reichlich Adressen zum «Upload» von Fotos. Erstaunlich
an dieser Entwicklung ist auch, dass nicht nur die notwendige
Plattform, sondern auch Speicherplatz in Hülle und Fülle
gratis zur Verfügung gestellt wird, nachdem Web-Speicherplatz
noch vor vier oder fünf Jahren kaum mehr kostenfrei erhältlich
war. Natürlich ist der grösste Teil dieser Publikationen
nutzund wertlos – aber es ist ja niemand verpflichtet,
diese anzusehen oder zu lesen. Oft ist es übrigens jedermann
freigestellt, die mehr oder weniger kunstvollen Erzeugnisse
auch zu kommentieren.
Teilnahme ist auch das Stichwort, unter dem man die zahlreichen
Netzwerkangebote («social networking») einreihen
kann. Diese reichen von Plattformen mit kommentierten Hinweisen
(«Kennst Du diese Adresse? Sieh Dir einmal das an!»
– z.B. bei del.icio.us oder bei digg.com) über
«Vermittlungsstellen» wie Craigslist (www.craigslist.org)
bis zu Adressen wie Facebook (www.facebook.com).
Letztere ermöglichen es, sich auf Grund der individuellen
Interessen thematisch orientierten Gruppen anzuschliessen,
Informationen auszutauschen und Leute kennenzulernen.
Nachdenklich stimmt, dass es eine mit dieser Angebotsflut
kontrastierende Entwicklung gibt, indem immer wieder qualitativ
hochstehende Angebote, die einmal gratis erhältlich waren,
verschwinden oder nur noch gegen Bezahlung verfügbar
sind. Dies trifft z.B. auf verschiedene Adressen mit Arzneimittelinformation
zu. Wir haben übrigens unsere Liste im Internet entsprechend
neu überarbeitet (http://www.infomed.org/
pharma-kritik/arzneimittelinfo.php?catid=10).
Etzel Gysling
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