Neuroleptika wenig geeignet für Alzheimerkranke

Der studieneigenen Schlussfolgerung – «there is no large clinical benefit of treatment with atypical antipsychotics» – ist wohl ohne Einschränkung zuzustimmen. Fraglich könnte allenfalls die Wahl der Endpunkte sein: Zwar zeigen die Kranken mehrheitlich typische psychotische Symptome (Wahn, Halluzinationen), über 80% aber auch «agitation or aggression»: Worauf bezieht sich dann aber «discontinuation because of lack of efficacy»? Bezüglich des CGIC-Score wird schon eine minimale Verbesserung als «response» gewertet, wobei die Verumgruppen mit 26% bis 32% nicht umwerfend besser liegen als die Placebogruppe mit 21%. (Die Ergebnisse scheinen Olanzapin etwas zu favorisieren, ohne dass dies aber von sonderlicher klinischer Relevanz sein dürfte; gleichzeitig ist Quetiapin offensichtlich unterdosiert worden). Dagegen zeigen sich mehr mindestens mässige motorische Nebenwirkungen (Verumgruppen 9-14%, Placebogruppe 2%) und einmal mehr wird auf unerwünschte metabolische Effekte hingewiesen (Gewichtszunahme, Hyperglykämie und -lipidämie, Prolaktinerhöhung). Bei diesem keineswegs günstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis ist auch bei Alzheimerkranken eine eindeutig kritisch-restriktive Indikation für Neuroleptika angezeigt. Auch mit den vorliegenden Ergebnissen dürfte sich insbesondere der Einsatz bei (undifferenzierten) «Verhaltensstörungen» verbieten. Immerhin warnt auch die amerikanische FDA schon seit einigen Jahren vor einer diesbezüglichen Anwendung.

Peter Zingg-Müller

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