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Abklärungs-/Therapieentscheide
werden häufig unter Berücksichtigung weniger
Befunde gefällt. Multifaktorielle Betrachtungsweisen
überfordern uns wegen ihrer Komplexität. Aufgrund
der Informationsflut sind wir immer weniger in der Lage,
die Relevanz einzelner Faktoren zu überblicken
und dann auch noch richtig miteinander zu kombinieren.
Unsere Entscheide sind daher häufig sehr anwendungs-
und handlungsbezogen und nicht selten auch durch persönliche
Erfahrungen emotional mitgeprägt. Hier liegt der
Wert solcher Studien, indem sie die Komplexität
auf ein überschaubares und verständliches
Mass reduzieren und damit die Entscheide versachlichen.
Grundsätzlich können solche Werkzeuge mithelfen,
unser ärztliches Handeln wieder mehr auf die einzelnen
Kranken zuzuschneiden, was in einer Zeit des technisch
Machbaren sowie der Optimierung und Standardisierung
von Behandlungsprozessen auch dringender denn je notwendig
ist. Bei der Anwendung dieser Werkzeuge muss uns jedoch
bewusst bleiben, dass auch sie auf statistischen Grundlagen
beruhen mit eingeschränkter Aussagekraft für
den Einzelfall. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes,
meine ich, stellen uns die GRACE-Untersucher ein brauchbares
Werkzeug zur Verfügung, welches uns v.a. bei jenen
Kranken weiterhelfen kann, deren Risiko in der ungeliebten
Intermediärzone liegt. Was wir uns schuldig bleiben,
ist die Überprüfung des GRACE-Modells in unabhängigen
Kollektiven und bei Bestätigung seiner Aussagekraft
das Einfliessen lassen in Abklärungs- und Behandlungsempfehlungen.
Werner Eugster
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