| Die von Moss et al. methodisch
sauber durchgeführte randomisierte Studie ist ein
weiterer wichtiger Puzzle-Stein in der Diskussion zum
systematischen Mammographie-Screening. Auch wenn die
Brustkrebsmortalität in der Screening-Gruppe nicht
statistisch signifikant reduziert wurde, verstärkt
die Studie die vorhandene Datenlage.
Die vorliegende und andere Studien zeigen, dass mit
einem systematischen Mammographie-Screening über
einen Zeitraum von 10 Jahren bei Frauen ab 40 Jahren
eine bescheidene Reduktion der Brustkrebsmortalität
erzielt werden kann. Der Effekt auf die Gesamtmortalität
ist wahrscheinlich gering. Aufgrund dieser Resultate
ist schwierig zu beantworten, ob ein systematisches
Mammographie-Screening für alle Frauen ab 40 empfohlen
werden soll.
In der in dieser Studie untersuchten Population von
Frauen in Grossbritannien mussten rund 2’500 Frauen
zum Screening eingeladen werden (95% Vertrauensintervall:
1’150 bis unendlich), um einen Brustkrebstodesfall
zu verhindern. Über den Beobachtungszeitraum hat
dies zu etwa 17'000 Screening-Einladungen geführt.
Bei dieser hohen Zahl werden auch die nicht primär
erwünschten Folgen des Screenings wichtig, nämlich:
notwendige Zusatzabklärungen, Biopsien und auch
die Strahlenbelastung, die damit schon ab dem 40. Lebensjahr
erhöht wird. Auch die Kosten bleiben ein Thema.
Die Studienverantwortlichen errechneten, dass im britischen
Gesundheitssystem durchschnittliche Kosten von rund
£18’800 (ca. 40'000 bis 45'000 Schweizer
Franken) pro gerettetem Leben entstehen. Das 95% Vertrauensintervall
für diese Kostenangabe war beunruhigend gross und
ging von £8’620 bis unendlich.
In der Schweiz steht das Mammographie-Screening für
Frauen zwischen 40 und 49 Jahren nicht zur Debatte,
da hier die Entscheidung weiterhin aussteht, ob für
Frauen ab 50 Jahren ein gesamtschweizerisches, qualitativ
gutes systematisches Mammographie-Screening eingeführt
werden soll.
Marcel Zwahlen
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