Wegweisende Epilepsie-Studien

Diese beiden Studien sind von herausragender Bedeutung für die Betreuung von Patientinnen und Patienten in der Praxis und Klinik, weil sie erstmals in einem direkten («head to head») Vergleich einige der neueren und die etablierten Standard-Antiepileptika vergleichen. Der Nachteil der fehlenden Verblindung musste in Anbetracht der damit verbundenen Kosten und dann fehlenden Durchführbarkeit in Kauf genommen werden. Die allseits bekannten, mehr oder weniger fragwürdigen Meta-Analysen vergleichen zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit unterschiedlichen Protokollen und bei unterschiedlichen Patientenkollektiven durchgeführte Zulassungsstudien, deren Dosierungen zum Beispiel retrospektiv teilweise unangemessen waren (und damit häufiger «Äpfel mit Birnen»).
Die beiden SANAD-Studien untermauern die Erfahrung vieler Kolleginnen und Kollegen, dass Valproat nach wie vor das wirksamste Antiepileptikum für idiopathische, primär generalisierte Epilepsien ist, und dass Lamotrigin in erster Linie wegen der besseren Verträglichkeit dem bisherigen «Goldstandard» Carbamazepin bei symptomatischen oder vermutlich symptomatischen («kryptogenen») Epilepsien vorzuziehen ist. Es bleibt zu hoffen, dass bald weitere derartige Studien durchgeführt werden, die weitere Wirkstoffe wie zum Beispiel Levetiracetam (Keppra®) berücksichtigen.

Günter Krämer

 


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