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Google im Jahr 2008

Seit ich das letzte Mal über Google berichtet habe (2006), hat sich das Angebot dieser Firma nochmals stark erweitert. Nach wie vor sind alle Basisangebote kostenlos (d.h. werden über Werbung finanziert). Unter den vielen Möglichkeiten sind neu aus «medizinischer» Sicht besonders die folgenden erwähnenswert:

In «Google Health» (bisher nur in englischer Sprache, www.google.com/health) kann man die eigenen medizinischen Daten speichern, d.h. Informationen zu Krankheiten oder Unfällen, Allergien, Impfungen und Medikamenten aufbewahren und diese nach Wahl auch anderen Personen (z.B. einem Hausarztteam) zur Verfügung stellen. Wenn man sich für eine bestimmte Krankheit interessiert, kann man sich relativ kurzgefasste Übersichten ansehen oder den eigenen Aufzeichnungen beifügen. Diese Übersichten – hergestellt von einer Firma namens A.D.A.M. – sind nicht schlecht, da sie im Gegensatz zu einer «beliebigen» Google-Suche inhaltlich durch Ärzte geprüft sind. Das Programm ist auch in der Lage, Medikamenten-Interaktionen zu erkennen – für die Beispiele, die ich getestet habe, waren die Informationen allerdings so summarisch («consult your doctor»), dass ich keinen rechten Nutzen erkennen konnte. Persönlich bin ich zur Zeit noch recht skeptisch, ob ein Angebot wie «Google Health» wirklich sinnvoll ist. Auch gibt es aus meiner Sicht einige Fragen zur Vertraulichkeit der Daten, die einer solchen Website anvertraut werden. Nützlich sind dagegen die Möglichkeiten, die Google zur raschen und einfachen Gestaltung einer eigenen Website anbietet. Hier konkurrenziert sich Google selbst. Je nach Ansprüchen kann man eine Website via «Pages» (http://pages.google.com) oder «Sites» (http://sites.google.com) kreieren. Besonders das letztere Angebot ermöglicht es z.B. einer hausärztlichen Gruppe, ohne Mühe eine halbwegs professionell aussehende Website (mit Site-spezifischer Google-Suche) zu gestalten, die verhältnismässig wenig Zeit beansprucht und nichts kostet. Es sind praktisch keine Spezialkenntnisse notwendig und die Site hat Möglichkeiten für die Publikation von Agenden, Fotos, Videosequenzen, Präsentationen von Vorträgen usw. Aber auch ohne eigene Website kann man via Google mit minimalem Aufwand eine Präsentation à la PowerPoint so ins Netz laden, dass sie allgemein zugänglich ist. Dazu verwendet man das Programm «Google Docs» (http://docs.google.com), das übrigens auch das Editieren von Text- und Tabellenkalkulations-Dateien erlaubt. Wer sich regelmässig die neuesten «Feeds» von medizinischen Zeitschriften oder andere Nachrichten bzw. die neuesten Einträge in «Blogs» zustellen lassen will, kann dazu den «Google Reader» (http://www.google.com/reader) verwenden. Die Liste könnte noch um viele andere Angebote erweitert werden. Eines ist klar: Google ist eigentlich nie der einzige Anbieter einer bestimmten Web-Dienstleistung, es gibt immer (ebenfalls kostenlose) Konkurrenzangebote. Dagegen ist Google wohl die einzige Firma, die alle diese Programme «unter einem Dach» anbietet.

Etzel Gysling

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