| Aus dieser Studie und den Metaanalysen
kann geschlossen werden, dass eine intrakapsuläre
Schenkelhalsfraktur bei Personen über 60 Jahren
prothetisch versorgt werden sollte. Diese Aussage ist
besonders wichtig im Lichte der DRG («diagnosis
related groups», Fallpauschale), welche ja «demnächst»
auch in der Schweiz eingeführt werden soll. Dieses
Beispiel eines doch häufigen Eingriffes zeigt ganz
klar die Fragwürdigkeit dieses Unterfangens. Der
Druck von Seiten Politik und Versicherern ist sehr gross,
da sie diesen beiden Gruppen eindeutige Vorteile verschafft:
Die Kosten sind fixiert, können prognostiziert
werden und sind damit auch planbar. Deutschland rechnet
ja seit einigen Jahren mit diesem System ab. Es zeigt
sich dort, dass die Spitäler ein Implantatbudget
aufgedrückt erhalten. Wenn dieses Budget aufgebraucht
ist, können keine teuren Implantate mehr verwendet
werden. Ist dies z.B. im November der Fall, so muss
bei einem Patienten notgedrungenermassen eine Verschraubung
gemacht werden. Wenn die Osteosynthese instabil wird,
muss bis Januar des nächsten Jahres gewartet werden,
bis dann doch noch eine prothetische Versorgung (mit
deutlich schlechterem Resultat) gemacht werden darf.
Zudem wird man sich die PatientInnen auslesen, Ein Patient
z.B. mit hohem Körper-Massen-Index wird Mühe
haben, operativ versorgt zu werden. Abnehmen ist angesagt!
Natürlich ist die Fallpauschale bereits derart
in Fahrt gekommen, dass sie nicht mehr aufzuhalten ist.
Es besteht lediglich die Hoffnung, dass wieder einmal
eine schweizerische «eierlegende Wollmilchsau»
konstruiert werden soll (auch Forschung, Weiterbildung,
Fortbildung etc sollen miteinbezogen werden), so dass
doch noch einige Zeit bis zur generellen Einführung
vergehen dürfte. Bis dahin werden die anderen Länder,
die bisher nach Fallpauschalen abgerechnet haben, dieses
System wieder abgeschafft haben, vor allem zum Wohle
des Patienten, der unter diesem System wohl am meisten
zu leiden hat.
André Gächter
|