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Neue Wege zur medizinischer Information

Mehr und mehr medizinische Informationen werden nicht mehr (nur) in gedruckter Form, sondern (auch) «digital» vermittelt, sei es auf dem heimischen Computer oder auf dem «Smartphone». Wie in anderen Bereichen ist charakteristisch, dass die in digitaler Form vorhandenen Inhalte auf verschiedenen Wegen – mit verschiedenen Programmen – abrufbar sind.

So ist dem Angebot der amerikanischen «National Library of Medicine», d.h. der unter der Bezeichnung Pubmed frei zugänglichen Medline-Datenbank, verschiedenartige Konkurrenz erwachsen. Pubmed selbst (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/sites/entrez) kann wohl nach wie vor als die Adresse bezeichnet werden, wenn man mit einer primär einfachen, aber in hohem Masse individualisierbaren Datenbank-Anwendung arbeiten will. Unter den verschiedenen anderen Zugängen, die als Alternative in Frage kommen, sind jedoch einige durchaus erwähnenswert. Über Askmedline (http://askmedline.nlm.nih.gov/ask/ask.php), das das Suchen in «natürlicher» Sprache erlaubt, und über das Suchen in deutscher Sprache via Babelmesh (http://babelmesh.nlm.nih.gov/index_ger.php?com=) habe ich bereits einmal berichtet (http://www.infomed.org/screen/2008/xg02.html). In «Unbound Medline», das auch in einer Adaptation für das iPhone erhältlich ist, kann man die im gewöhnlichen Pubmed als «Clinical Queries» bezeichnete Suche sehr einfach unter dem Titel «Best Evidence» (http://www.unboundmedicine.com/medline/ebm/clinical) durchführen. Eine weitere Medline-Variante steht für Mac-Computer und iPhones zur Verfügung: Mit Pubsearch kann man Pubmed durchsuchen, wobei auch das Versenden von Abstracts aus dem iPhone möglich ist. Neu gibt es auch die Möglichkeit, sehr einfach nach frei erhältlichen Volltexten zu suchen, wobei man ein Programm verwendet, das eigentlich besonders für Leute gedacht ist, die via ihre Institution Zugang zu vielen Volltexten haben. Dieses Programm heisst Pubget (http://pubget.com) und vermittelt den Zugang zu frei verfügbaren PDF-Dateien, wenn man den Suchbegriff mit «access:open» ergänzt. Bisher funktioniert dies noch nicht immer, aber doch so gut, dass sich ein Versuch lohnt.

Aber auch die meisten Lehrbücher und Nachschlagewerke sind heute in digitaler Form verfügbar und kosten so oft eher weniger als das gedruckte Buch. Sowohl deutsche Verlage (z.B. Thieme) als auch Anbieter von englischen Büchern offerieren ihre Werke in verschiedenen digitalen Formen. Ein besonders vielfältiges Angebot (sowohl für den PC als auch für die verschiedensten «Smartphones» und «Handhelds») findet sich bei Skyscape (http://www.skyscape.com). Wer ein bestimmtes Buch sucht, tut gut daran, verschiedene Angebote anzusehen: die Preise können recht unterschiedlich sein; auch muss man bei den digitalen Ausgaben vermehrt aufpassen, dass man jeweils die neueste Auflage des Werks kauft. Ein ständig «erneuertes» medizinisches Lehrbuch, das ich schon seit Jahren (in der gedruckten Version) abonniert habe, ist auch via Web (http://www.acpmedicine.com) sehr praktisch zu verwenden: es handelt sich um ACP Medicine, eine Publikation des American College of Medicine.

Etzel Gysling

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