infomed-screen, begriffe der epidemiologie

Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Januar 1997

Das «Intention-to-treat»-Prinzip

Randomisierte, kontrollierte Studien sollten nach dem «Intention-to-Treat»- Prinzip analysiert werden. Das heisst, dass alle Personen, die zu Beginn nach dem Zufallsprinzip einer Therapiegruppe zugeordnet wurden, auch in der Analyse in dieser Gruppe beibehalten werden - auch wenn sie die Therapie nicht oder nur unvollständig erhalten hatten. Randomisiert wird, um vergleichbare Gruppen zu bilden und eine Verzerrung der Resultate durch ungleiche Selektion in die eine oder andere Gruppe zu verhindern. Wenn nach Abschluss der Studie ein Teil der Beteiligten ausgeschlossen wird, z.B. wegen schlechter Compliance, wird die Vergleichbarkeit der Gruppen aufgehoben und die Resultate sind oft massiv verfälscht. Leider finden sich immer wieder Publikationen von randomisierten Studien, auch in renomierten Zeitschriften, die nicht korrekt analysiert wurden.

Weiterführende Literatur und Beispiele:

Newell DJ. Intention-to-treat-analysis: implications for quantitative and qualitative research. Int J Epidemiol 1992 (Oktober); 21: 837-41 [Medline]

Coronary Drug Project. Influence of adherence to treatment and response of cholesterol on mortality in the coronary drug project. N Engl J Med 1980 (30. Oktober); 303: 1038-43 [Medline]

Peduzzi P P, Wittes J, Detre K. Analysis as-randomized and the problem of non-adherence: an example from the Veterans Affairs randomized trial of coronary artery bypass surgery. Stat Med 1993 (15. Juli); 12: 1185-95 [Medline]

Matthias Egger

infomed-screen links
aktueller infomed-screen Jahrgang
zusatzkommentare
begriffe der epidemiologie