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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / April
1997
Das Vertrauensintervall
Die Resultate klinischer Studien sind aufgrund von Zufallsschwankungen
mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Das Vertrauensintervall ist ein
Mass
für die Präzision, mit der zum Beispiel ein Therapieeffekt
geschätzt werden konnte. Meistens wird das 95% Vertrauensintervall
berechnet. Dieser Bereich enthält den wahren Wert mit 95prozentiger
Sicherheit. In der in Dokument S71 besprochenen
Studie zur Wirksamkeit von implantierten Defibrillatoren bei intermittierender
Kammertachykardie fand sich eine um 54% reduzierte Sterblichkeit (relatives
Risiko 0,46 mit einem 95% Vertrauensintervall von 0,26 - 0,82). Die Studie
ergab somit zwar eine Reduktion um rund die Hälfte, die Sterblichkeit
könnte aber auch nur um 18%, oder aber sogar um 74% reduziert werden.
Die Unsicherheit betreffend den wahren Effekt ist also recht gross. Wir
können allerdings zu 95% sicher sein, dass die Reduktion mindestens
18% beträgt. Aber würden 18% den grossen Aufwand noch rechtfertigen?
Wie im Kommentar ausgeführt, sind in dieser Situation weitere Studien
notwendig. In Dokument S91 wurde eine
Meta-Analyse besprochen, die untersuchte, ob Heparin zusätzlich zu
Thrombolyse und Acetylsalicylsäure bei Herzinfarkt von Nutzen ist.
Es zeigte sich ein um 6% erhöhtes Risiko für Schlaganfall (relatives
Risiko 1,06 mit einem 95% Vertrauensintervall von 0,92-1,20). Die Resultate
dieser Studie sind also sowohl mit einer Risikoreduktion von 8%
wie mit einer Risikoerhöhung um 20% vereinbar. Die Studie ist
auch mit identischem Risiko vereinbar (1,0 ist im 95% Vertrauensintervall
enthalten). Daraus ergibt sich, dass der Effekt statistisch nicht signifikant
war (p>0,05)(siehe: Der p-Wert).
Ekkehardt Altpeter
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