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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Mai/Juni 1997

Der p-Wert

In verschiedenen Texten werden p-Werte angegeben. Das Kürzel «p» («probability») bezeichnet den mit einem statistischen Test errechneten Wahrscheinlichkeitswert, der aussagt, dass kein Unterschied zwischen verschiedenen Gruppen oder Verfahren existiert (Nullhypothese). Zum Beispiel ist in der Studie über Kompressionsstrümpfe (siehe: Dokument S59) diese Wahrscheinlichkeit kleiner als 1‰. Wir werden also die Nullhypothese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verwerfen und einen Unterschied im Auftreten des postthrombotischen Syndroms annehmen. Im Beispiel beträgt die Risikoreduktion für ein postthrombotisches Syndrom 58%, mit einem 95% Vertrauensintervall von 34% bis 73%. Das heisst, das Risiko eines postthrombotischen Syndroms nach tiefer Venenthrombose wird um ungefähr die Hälfte reduziert. Diese Reduktion könnte aber auch 73% oder nur 34% betragen. Das Fehlen eines Therapieeffekts (0% Risikoreduktion) kann ausgeschlossen werden, der Effekt ist statistisch signifikant (p=0,05) .

Das Vertrauensintervall bietet gegenüber dem p-Wert den Vorteil, dass es zusätzlich zur Prüfung der Nullhypothese die Genauigkeit angibt, mit der die Studie den Therapieeffekt schätzt.

Ekkehardt Altpeter

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