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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / August 1997

Die Macht einer Studie

Die CAST-Studie (siehe: Dokument S42) konnte bei Personen mit zerebrovaskulärem Insult, die entweder Acetylsalicylsäure oder Placebo erhielten, einen 14prozentigen Unterschied in der Sterblichkeit mit einer Macht («power») von 95% erfassen. Was heisst das? Die Macht entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass die Nullhypothese (kein Unterschied zwischen Acetylsalicylsäure und Placebo) verworfen wird, wenn sie falsch ist, d.h. wenn in Wirklichkeit ein Unterschied besteht. Würde CAST hundertmal wiederholt, so würde ein 14prozentiger Sterblichkeitsunterschied in 95 Fällen entdeckt. Nur in 5 Fällen würde der Unterschied verpasst, es würde ein sog. Fehler der 2. Art vorliegen. (Der p-Wert bezeichnet die Wahrscheinlichkeit eines Fehlers der 1. Art: es wird Unterschied angenommen, der in Wirklichkeit nicht existiert.) Die Macht einer Studie hängt von der Studiengrösse ab. Die CAST-Studie war mit 20’000 Personen in der Lage, einen relativ kleinen Effekt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu entdecken. Leider trifft dies für viele klinische Studien nicht zu.1

Matthias Egger

1 Freiman JA, Chalmers TC, Smith H, Kuebler RR. The importance of beta, the type II error, and sample size in the design and interpretation of the randomized controlled trial. In: Bailar JC, Mosteller F, eds. Medical uses of statistics. Boston: NEJM Books, 1992: 357
 
 

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