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Klinische Epidemiologie
kurz erklärt / Oktober 1997
Wie wird die notwendige
Studiengrösse berechnet?
Viele Studien sind leider a priori so klein angelegt, dass ein klinisch
relevanter Unterschied zwischen experimenteller Therapie und Kontrolltherapie
weder ausgeschlossen noch bestätigt werden kann. Diese unbefriedigende
Situation kann mit einer sorgfältigen Planung, die eine Berechnung
der notwendigen Studiengrösse beinhaltet, vermieden werden. Es lohnt
sich, Statistikfachleute beizuziehen. Bevor wir uns jedoch auf den Weg
zur statistischen Beratung machen, müssen wir einige wichtige Entscheidungen
treffen.
Erstens: welchen Unterschied soll die Studie erfassen können? Dieser
Unterschied soll klinisch relevant und realistisch sein.
Zweitens: wie sicher wollen wir sein, dass wir diesen Effekt nicht verpassen?
Anders ausgedrückt: wie gross soll die Macht
der Studie sein?
Und drittens: mit welchem Signifikanzniveau geben wir uns zufrieden?
In den meisten Fällen genügt das konventionelle 5%-Niveau (p<0,05).
In der Studie, in der die chirurgische Behandlung des Zervixkarzinoms
im Stadium Ib/lla mit der Bestrahlung verglichen wurde (siehe: Dokument
S20), entschieden die Autoren, dass ein minimaler Unterschied von 15%
in der Fünfjahresüberlebensrate mit einem Signifikanzniveau von
5% und einer Macht von 80% erfasst werden soll. In dieser Situation ergibt
sich eine minimale Anzahl von 145 Patientinnen pro Gruppe. Die Autoren
konnten insgesamt 343 Patientinnen in die Studie aufnehmen.
Ekkehardt Altpeter
Weiterführende Literatur: Lwanga SK, Lemeshow S. Sample size determinations
in health studies. A practical manual. Geneva: WHO; 1991
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