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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Oktober
1998
Denkmodell und Begriffe in der Gesundheitsökonomie
In der ökonomischen Terminologie werden geläufige Begriffe
aus der Umgangssprache gemäss spezifischen Definitionen verwendet.
Es ist deshalb sinnvoll, mit einer Darstellung der ökonomischen Denkweise
und Begriffe zu beginnen. Die Ökonomielehre geht davon aus, dass unbegrenzten
Wünschen und Bedürfnissen grundsätzlich knappe Mittel gegenüberstehen.
Der Mensch wird als Rational Egoistischer Mensch (REM) betrachtet, der
nach bestmöglichem Nutzen bei minimalen Kosten strebt. Bei der Beurteilung
einer oder mehrerer alternativer Handlungsoptionen sind immer Kosten und
Nutzen bzw. deren Verhältnis zueinander Gegenstand der Untersuchung.
Dabei wird von Opportunitätskosten gesprochen: Sie entsprechen dem
entgangenen Nutzen, der sich bei der bestmöglichen alternativen Verwendung
eines Gutes oder Produktionsfaktors ergäbe. Auch der Begriff Nutzen
bedarf der Präzisierung. Er beschränkt sich nicht auf das Monetäre,
sondern meint die Befriedigung eines Bedürfnisses im weitesten Sinn.
Als direkte Kosten werden alle Ressourcen bezeichnet, die für eine
Intervention aufgewendet werden, z.B. Arzthonorare, Löhne für
das Pflegepersonal und der Sachaufwand für Diagnostik und Therapie.
Unter die indirekten Kosten fallen die volkswirtschaftlichen Kosten, z.B.
der Verdienstausfall. Die intangiblen Kosten umfassen im Prinzip nicht
monetär erfassbare Aspekte wie z.B. Schmerzen und Angst. Sinngemäss
lässt sich diese Unterteilung auch auf der Nutzenseite vornehmen.
Wie der Name bereits ausdrückt, ist insbesondere die Bezifferung intangibler
Kosten und Nutzen schwierig. Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche
Studientypen zur Anwendung (z.B. die Kostenminimierungsanalysen);
jede reduziert das zu untersuchende Problem modellhaft auf eine überblickbare
Fragestellung.
Jürg P. Bleuer
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