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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / November/Dezember
1998
Die Kostenminimierungsanalyse
Die «cost-minimisation analysis» (CMA) sucht nach dem billigsten
Weg zur Erreichung eines bestimmten Resultates und vergleicht deshalb ausschliesslich
die Kosten. Zulässig ist dies nur dann, wenn die «Outcomes»
der zu vergleichenden Handlungsoptionen als identisch beurteilt werden.
Fast immer entspricht dies einer Vereinfachung, die kritisch hinterfragt
werden muss. Die Beurteilung ist schwierig, da Interventionen in der Regel
in mehreren und nicht immer offensichtlichen Dimensionen wirken.
Der Vergleich der Kosten kann unterschiedlich aufwendig erfolgen: Beispielsweise
können die allgemeinen Betriebskosten eines Spitals entweder gar nicht,
als Durchschnitt pro Spitaltag oder nach einem aufwendigen Schlüssel
umgelagert werden. Bei den Amortisationskosten stellt sich zusätzlich
das Problem der unterschiedlichen Lebensdauer verschiedener Geräte.
Der Einbezug von zukünftigen Kosten erfordert deren Diskontierung
(Einschätzung des Wertes in der Gegenwart). Zulässig ist die
Vernachlässigung von quantitativ unerheblichen Kosten bei expliziter
Begründung.
Vor allem bestimmt der Blickwinkel der Untersuchenden, welche Kosten
berücksichtigt werden: Die Kosten eines Spitaltages sind für
die Krankenkasse, für die öffentlichen Hand und für die
Spitalverwaltung unterschiedlich. Wünschenswert ist immer die gesellschaftliche
Betrachtung; auf jeden Fall muss der Standpunkt der Untersuchenden definiert
sein.
Jürg P. Bleuer
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