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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Januar
1999
Die Kosten-Wirksamkeits-Analyse
Die «Cost-effectiveness analysis» vergleicht alternative
Handlungsoptionen aufgrund ihrer Kosten im Verhältnis zum Ergebnis.
Dieses wird in nicht-monetären Einheiten gemessen, z. B. geretteten
Leben oder symptomfreien Tagen. Der Vergleich wird damit auf eine einzige
Dimension reduziert. Wie bei der Kostenminimierungsanalyse muss jedesmal
kritisch hinterfragt werden, ob dies sinnvoll ist. Immerhin geht der eingeschränkte
Blickwinkel meist klar hervor aus der Einheit der Kosten, z. B. Franken
pro gerettetem Leben. Spielen weitere Dimensionen eine Rolle, müssen
diese diskutiert werden. Sind mehrere Outcomes zwingend zu berücksichtigen,
z. B. vermiedene Todesfälle und behinderte Überlebende nach neonataler
Reanimation, ist die «Cost-effectiveness analysis» ungeeignet.
Es ist unüblich, in einer «Cost-effectiveness analysis»
indirekte Kosten zu berücksichtigen. Die direkten Kosten dürfen
sich nicht nur auf die für die Gesundheitsversorgung relevanten beschränken,
sondern sollen auch diejenigen für die Patientinnen und Patienten
einbeziehen. Wie bei jeder gesundheitsökonomischen Studie ist der
Standpunkt der Untersuchenden wichtig; er bestimmt, welche Kosten in die
Analyse eingehen.
«Cost-effectiveness analysis»und «Cost-minimisation
analysis» sind verwandt: Es wurde vorgeschlagen, die Kostenminimierungsstudie
als Sonderfall einer Kosten-Wirksamkeits-Analyse zu betrachten, bei der
weder ein qualitativer noch ein quantitativer Unterschied im Outcome besteht.
Jürg P. Bleuer
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