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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / März 1999

Die «Cost-Benefit»-Analyse

Bei der «Cost-Benefit Analysis» werden sowohl Kosten als auch Nutzen ausschliesslich in Geldeinheiten gemessen. Im deutschen Sprachgebrauch wird für diesen Studientyp sowohl der Begriff «Kosten-Nutzwert»-als auch der Begriff «Kosten-Nutzen»-Analyse verwendet.

Diese Art von Analyse erlaubt den Vergleich von beliebig unterschiedlichen Handlungsoptionen; der Einsatz von Ressourcen im Gesundheitswesen lässt sich z. B. mit dem Einsatz der gleichen Ressourcen im Bildungswesen vergleichen. Die Kosten-Wirksamkeits- und die Kosten-Minimierungs-Analysen setzen das Erreichen eines bestimmten Ziels als notwendig voraus und suchen nach dem günstigsten Weg. Die Kosten-Nutzen-Analyse untersucht, ob sich das Erreichen des Ziels überhaupt lohnt.

Keine Methode drückt gesundheitliche Konsequenzen befriedigend in Geldform aus. Bemisst man beispielsweise den Wert eines Individuums anhand seines Verdienstes, werden «intangible Kosten» wie Schmerzen und Angst nur insofern berücksichtigt, als sie sich als Produktivitätsverlust manifestieren. Ethisch inakzeptabel ist, dass der Wert eines Menschen vom Lohnniveau abhängt. Zudem werden Arbeitsausfälle damit zu hoch bewertet, da andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Ausfälle teilweise kompensieren.

Vermehrt kommen deshalb heute Methoden zur Anwendung, die auf der Zahlungsbereitschaft beruhen («willingness-to-pay»). Diese bemessen den Wert eines Resultates anhand der Bereitschaft, die notwendige Intervention zu bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft ist allerdings vom sozioökonomischen Status abhängig.

Jürg P. Bleuer

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