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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / August 1999

Bestimmung von Utilities: Rating Scale

Utilities sind ein quantitatives Mass für die Wünschbarkeit bzw. den Wert, der einem bestimmten Gesundheitszustand zugeordnet wird. Meistens werden Cost-Utility-Analysen in Hinblick auf gesundheitspolitische Entscheidungen gemacht und sie nehmen den Blickwinkel der Allgemeinheit ein. Um Verzerrungen zu vermeiden, werden die Utilities in diesem Fall nicht mit Betroffenen, sondern mit Gesunden bestimmt. Verbreitete Methoden sind die Rating Scale, das Standard Gamble und der Time Trade Off.

Rating Scale: Die Endpunkte einer Geraden stellen den besten und den schlechtesten möglichen Gesundheitszustand dar. Der beste vorstellbare Zustand entspricht in der Regel vollkommener Gesundheit; der schlechteste ist abhängig von der Fragestellung und braucht nicht unbedingt der Tod zu sein: Als Beispiel seien starke Schmerzen erwähnt, die eventuell als noch schlimmer empfunden werden.

Testpersonen wird ein bestimmter Gesundheitszustand ausführlich erklärt: Beispielsweise sollen sie sich vorstellen, als Dialysepatientin oder -patient zu leben. Die Personen markieren dann auf der Geraden, wo sie den geschilderten Gesundheitszustand lokalisieren (zwischen dem ihrer Meinung nach schlechtesten Zustand und vollständiger Gesundheit). Aus der Position relativ zu den Endpunkten lässt sich ein quantitatives Mass für die Wünschbarkeit ableiten.

Jürg P. Bleuer
 

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