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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / März
2000
Confounding
Zwischen zwei Variablen besteht Confounding, wenn sie sich miteinander
im gleichen Sinn verändern, so dass es nicht möglich ist festzulegen,
welche der beide Variablen für ein bestimmtes Resultat verantwortlich
ist. Mit anderen Worten: Confounding ist vorhanden, wenn eine Intervention
zu einem Unterschied gegenüber der Kontrolle führt, dieser Unterschied
jedoch nicht durch die Intervention, sondern durch eine weitere
Variable verursacht ist. Daraus können Fehlschlüsse entstehen,
indem ein bestimmtes Resultat fälschlicherweise der Intervention zugeschrieben
wird, tatsächlich aber durch eine andere Variable bedingt ist.
In der Studie zu den Zusammenhängen zwischen Antidepressiva
und Herzinfarkt könnte Confounding eine Rolle spielen, da
sehr wenig Einzelheiten zu den individuellen Risikofaktoren bekannt sind.
Die Studie lässt vermuten, dass Personen, die trizyklische Antidepressiva
einnehmen, mehr Herzinfarkte erleiden. Es wäre aber denkbar, dass
dieselben Personen z.B. auch häufiger rauchten oder übergewichtig
waren als diejenigen der Kontrollgruppe. Wir wissen es nicht.
In epidemiologischen Studien stellt Confounding ein wichtiges und häufiges
Problem dar. Viele verschiedene Variablen können für dieses Phänomen
verantwortlich sein. Da es so schwierig ist, «confounding variables»
zu vermeiden, sollten wir uns nach Möglichkeit auf Studien mit zufälliger
Zuteilung von Interventionen (randomisierte Studien) stützen.
Etzel Gysling
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