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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / April 2000

Odds Ratio

Vor allem in Fall-Kontroll-Studien und Metaanalysen begegnen wir oft dem Begriff «Odds Ratio». Die «Odds Ratio» kann in Vergleichsstudien als ein Mass für die Assoziation zwischen einer Exposition oder Intervention (z.B. einer Behandlung) und einem Ereignis (z.B. dem Tod) dienen. Die «Odds» eines Ereignisses entsprechen der Zahl Ereignisse, geteilt durch die Zahl fehlender Ereignisse. Wenn also unter der Behandlung von 500 Personen 40 sterben, so betragen die «Odds» unter Behandlung 40:460=0,087. Treten in der Vergleichsgruppe ohne Behandlung bei 500 Personen 100 Todesfälle auf, so betragen die «Odds» in der Vergleichsgruppe 100:400=0,25. Die «Odds Ratio» entspricht dem Verhältnis der beiden Zahlen, d.h. 0,087:0,25=0,348.

Wenn die Ereignisse selten auftreten, gleicht die «Odds Ratio» dem relativen Risiko – dies lässt sich anhand des erwähnten Beispiels leicht nachvollziehen, wenn man z.B. annimmt, Todesfälle wären sowohl in der Behandlungs- als auch in der Kontrollgruppe zehnmal seltener. Die «Odds Ratio» beträgt dann nur wenig mehr als 0,4, das relative Risiko genau 0,4. Es gibt eine Reihe von Gründen, weshalb für gewisse Studien die «Odds Ratio» (und nicht das relative Risiko) verwendet werden muss. Bandolier bietet im Internet kurze, gut lesbare Erläuterungen.

Etzel Gysling
 
 
 
 

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