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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Juli 2000
Studientypen
Bei den Einzelstudien, die uns interessieren, stehen prospektive
Interventionsstudien im Vordergrund. Die besten sind durch geeignete
Vergleiche kontrolliert, wobei die Zuteilung zu einer Gruppe nach dem Zufall
(randomisiert) erfolgt. Innerhalb dieser Studienkategorie lassen
sich weitere Unterscheidungen ausmachen, insbesondere in bezug auf die
«Verblindung» und auf den zeitlichen Ablauf der Studie (parallel
oder cross-over). Alle anderen Studientypen haben eine geringere Aussagekraft,
da sie weniger gegen «bias» geschützt sind. Für bestimmte
Fragestellungen lassen sich jedoch keine randomisierten Studien konzipieren,
in anderen Fällen fehlen solche bisher. Hier sind Kohorten-Studien
oder allenfalls Fall-Kontroll-Studien nützlich, wobei diese
oft retrospektiv vorgenommen werden. Zwei wesentliche methodologische Typcharakterisierungen
sind erwähnt worden: retrospektive und prospektive Studien.
Bei retrospektiven Studien wird ein Problem im nachhinein, also rückwirkend
vom Zeitpunkt der Untersuchung aus gesehen, betrachtet. Im Gegensatz dazu
wird bei prospektiven Studien ein Problem vom Beginn der Untersuchung an
zeitlich gesehen nach vorne betrachtet oder beobachtet. Bei der Interpretation
der Ergebnisse retrospektiver Studien – so notwendig diese auch sind –
ist äusserste Vorsicht geboten.
Thomas Weissenbach
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