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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / August 2000

Kohortenstudien

Bei der Kohortenstudie wird anfänglich eine Population von Personen definiert, die sich durch bestimmte Merkmale – z.B. HIV-Positivität, Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe – auszeichnen. Diese Kohorte wird prospektiv untersucht, indem wiederholt Daten erhoben werden und die Inzidenz von Krankheiten und von Todesfällen registriert wird. So können Unterschiede zwischen Gruppen festgestellt werden, die verschiedenen Einflüssen (z.B. Medikamenten) exponiert sind.

Heute werden oft «historische» Kohortenstudien veröffentlicht, in denen prospektiv erhobene Daten nachträglich im Hinblick auf Ereignisse analysiert werden, die nicht primär Untersuchungsgegenstand der Studie waren. Ein Beispiel ist die Untersuchung zum Risikoprofil, die anhand von 2 grossen Studien durchgeführt wurde (siehe P94).

Zu den Vorteilen von Kohortenstudien gehört, dass sie kaum ethische Konflikte verursachen und das Studium verschiedener Krankheiten sowie die Berechnung des absoluten als auch des relativen Risikos ermöglichen. Sie eignen sich unter Umständen zur Beantwortung von Fragen, die nicht mit randomisierten Studien gelöst werden können. Anderseits erreichen sie nie die Aussagekraft einer randomisierten Studie, da weitere Einflüsse («bias») nicht sicher ausgeschlossen werden können.

Thomas Weissenbach
 

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