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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / Oktober 2000

Systematische Übersichten (Metaanalysen)

Nach der statistischen Methode für das Zusammenfassen von Resultaten aus verschiedenen Ausgangsstudien werden systematische Übersichten nicht ganz korrekt auch als Metaanalysen bezeichnet. Der wesentliche Unterschied zu traditionellen Reviews besteht darin, dass sie einer definierten Methodik folgen, welche u.a. verhindern soll, dass Studien einseitig ausgewählt und interpretiert werden. Im Zentrum steht dabei die systematische Suche nach allen durchgeführten Studien zu einem Thema. Das Zusammenführen der extrahierten Resultate in einer Metaanalyse ist nur sinnvoll, wenn davon ausgegangen werden kann, dass in den verschiedenen Studien Vergleichbares untersucht worden ist. Sie wird deshalb nicht in jedem Fall durchgeführt.

Das wichtigste Problem einer systematischen Übersicht ist die Qualität der ursprünglichen Daten, die zwar beurteilt, aber nicht verbessert werden kann. Nicht immer eindeutig zu beantworten ist auch die Frage, ob die Daten genügend homogen sind und eine Metaanalyse erlauben. Eine weitere mögliche Fehlerquelle, die beachtet werden muss, ist ein «publications-bias». Bei bestimmten Themen wurden bislang Studien mit positiven Resultaten eher veröffentlicht als solche mit negativen und können dadurch einen Effekt vortäuschen, der gar nicht existiert. Über den Stellenwert von systematischen Übersichten wurde in den letzten Jahren viel diskutiert. Als ihr Verdienst kann sicher gelten, dass die vorhandenen Daten zu medizinischen Interventionen einfacher zugänglich und gleichzeitig die Mängel der Ausgangsstudien besser sichtbar geworden sind.

Peter Ritzmann

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