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Klinische Epidemiologie kurz erklärt / April 2001

Macht («Power») einer Studie

Als Macht einer Studie («Power») wird die Wahrscheinlichkeit bezeichnet, mit welcher ein bestimmter, tatsächlich vorhandener Effekt von der Studie erfasst werden kann. Eine «Power» von 80% bei 95% Vertrauen beispielsweise bedeutet, dass von 100 gleichartigen (und gleichgrossen) Studien 80 einen bestimmten Effekt signifikant (p-Wert unter 0,05) nachweisen könnten. Dieser Wert interessiert in erster Linie bei der Planung einer Studie. Für uns Leserinnen und Leser ist die Macht einer Studie aber ebenfalls von Belang und zwar dann, wenn aufgrund nicht-signifikanter Resultate auf die
Gleichwertigkeit von zwei Behandlungen geschlossen wird. Die Zuverlässigkeit solcher Äquivalenz-Annahmen hängt direkt von der Macht der Studie ab. Besonders aufpassen müssen wir, wenn in randomisierten Studien die Behandlungen bezüglich Verträglichkeit als ebenbürtig bezeichnet werden. Nebenwirkungen werden meist als sogenannte sekundäre Endpunkte einer Studie miterfasst. Die publizierte «Power» bezieht sich aber in aller Regel auf den primären Endpunkt und kann für seltenere Endpunkte erheblich tiefer liegen. Also Vorsicht bei der Interpretation negativer Resultate: grosse Studien kosten viel Geld und oft sind die publizierten Studien nicht so «Macht-voll», wie wir sie gerne sähen.

Peter Ritzmann

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