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  • Morbus Parkinson: 2019er-Richtlinien
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 31. Oktober 2019

Im «Canadian Medical Association Journal» sind aktualisierte Richtlinien erschienen, die sich mit der Diagnose und Behandlung des Morbus Parkinson befassen, wobei alle Massnahmen mit dem gegenwärtigen Evidenzgrad eingestuft sind.

Volltext der kanadischen Richtlinien: Canadian guideline for Parkinson disease

«pharma-kritik»-Text: Parkinson-Therapie heute

  • Kardiale Nebenwirkungen bei Carfilzomib (Kyprolis®)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 29. Oktober 2019

Carfilzomib, ein Proteasomenhemmer zur Zweittherapie des multiplen Myeloms, kann in seltenen Fällen schwerwiegende kardiale Nebenwirkungen verursachen. In Grossbritannien sind seit der Einführung von Carfilzomib 7 Fälle von (Links-)Herzinsufffizienz, 5 Fälle einer Arrhythmie, 5 Fälle eines Myokardinfarktes, 3 Fälle eines Herzstillstandes und 2 Fälle einer Perikarditis gemeldet worden; in insgesamt 6 Fällen verliefen diese Komplikationen tödlich.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Carfilzomib: reminder of risk of potentially fatal cardiac events

Kurzübersicht zu Carfilzomib: Carfilzomib for multiple myeloma

  • Vaginalring-Brüche
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 25. Oktober 2019

Vaginalringe, die Ethinylestradiol und Etonogestrel freisetzen, stehen als nichtorale Kontrazeptiva zur Verfügung. Seit ihrer Einführung sind in Deutschland über 300 Nebenwirkungs-Meldungen zu Vaginalringen eingegangen, wobei rund die Hälfte einen Bruch des Rings beschreiben. Die Meldungen zu den Vaginalring-Brüchen betrafen häufiger Generika als die beiden Originalpräparate (was mit unterschiedlichen Trägermaterialien und Herstellungsprozessen zu tun haben könnte).
Die Vaginalring-Brüche waren meistens von Druckgefühl, Schmerzen oder Blutungen begleitet. Wenn ein Vaginalring-Bruch auftritt, sollten möglichst rasch ein neuer Ring eingesetzt und gegebenenfalls zusätzliche Verhütungsmethoden angewandt werden.

Mitteilung der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker: Unerwartet hohes Risiko von Ringbrüchen bei generischen Vaginalringen

«pharma-kritik»-Nummer: Kombinierte nicht-orale Kontrazeptiva

  • Nitrate scheinen bei Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurfsfraktion nachteilig
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 22. Oktober 2019

In der 2014 publizierten TOPCAT-Studie («Treatment of Preserved Cardiac Function Heart Failure with an Aldosterone Antagonist») hatte man untersucht, ob sich Spironolacton bei Herzinsuffizienz mit normaler Auswurfsfraktion günstig erweise (wobei sich dann kein Unterschied zwischen Spironolacton und Placebo ergeben hatte).
Mit den Daten der Studie wurde nun auch noch eine Analyse bezüglich Nitraten durchgeführt. Es zeigte sich, dass der primäre Studienendpunkt – die Kombination von kardiovaskulären Ereignissen und herzinsuffizienzbedingten Hospitalisationen – unter Nitraten signifikant häufiger aufgetreten war als bei Personen, die kein Nitrat bekommen hatten («Hazard Ratio» 1,21 [1,01–1,46]).

Volltext der Studie aus «Mayo Clinic Proceedings»: Use of Nitrates and Risk of Cardiovascular Events in Patients With Heart Failure With Preserved Ejection Fraction

Früherer BDN-Text zum Thema: Nitrat ist bei Herzinsuffizienz mit erhaltener LV-Funktion unnütz

  • Akutes Koronarsyndrom: Prasugrel (Efient®) besser als Ticagrelor (Brilique®)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 21. Oktober 2019

Beim akuten Koronarsyndrom wird eine doppelte Plättchenhemmung mit Acetylsalicylsäure und einem sogenannten P2Y12-Antagonisten (vorzugsweise Prasugrel oder Ticagrelor) empfohlen. In einer randomisierten, offen geführten Studie, die rund 4000 Patienten und Patientinnen mit akutem Koronarsyndrom umfasste, wurden Prasugrel und Ticagrelor nun direkt miteinander verglichen. Den primären Endpunkt bildete die Kombination aus Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod jeglicher Ursache. Diese Ereignisse traten in der Prasugrel-Gruppe bei 6,9% und in der Ticagrelor-Gruppe bei 9,3% der Behandelten auf, woraus sich eine «Hazard Ratio» von 1,36 (1,09–1,70) errechnen liess. Die Häufigkeit von relevanten Blutungen unterschied sich in den beiden Gruppen nicht signifikant.

Kurzform der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Ticagrelor or Prasugrel in Patients with Acute Coronary Syndromes

  • Androgenentzug beim Prostatakarzinom scheint Demenzrisiko zu erhöhen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 18. Oktober 2019

In einer amerikanischen Kohortenstudie wurden Medicare-Daten von über 150’000 Männern ausgewertet, bei denen ein Prostatakarzinom diagnostiziert worden war. Bei Männern, bei denen in den ersten zwei Jahren nach der Diagnose ein Androgenentzug durchgeführt worden war (medikamentös oder via Orchiektomie), entwickelte sich – im Laufe einer durchschnittliche Beobachtungszeit von gut 8 Jahren – signifikant häufiger eine Demenz als bei Männern ohne Androgenentzug. Für eine Alzheimererkrankung errechnete sich eine «Hazard Ratio» von 1,14 (1,10–1,18), für sonstige Demenzformen eine HR von 1,20 (1,17–1,24).

Volltext der Studie aus «JAMA Network Open»: Association Between Androgen Deprivation Therapy Use and Diagnosis of Dementia in Men With Prostate Cancer

Früherer BDN-Text zum Thema: Androgenentzug beim Prostatakarzinom erhöht Thromboembolie-Gefahr

  • Häufiger Allergien durch Magensäurehemmung
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 17. Oktober 2019

Das Ergebnis einer retrospektiven Kohortenstudie lässt vermuten, dass unter magensäurehemmenden Substanzen vermehrt Allergien auftreten. Die Studie stützte sich auf Verschreibungsdaten, die von österreichischen Krankenkassen stammten. Es zeigte sich, dass bei Personen, die eine magensäurehemmende Substanz einnahmen, signifikant häufiger auch ein Antiallergikum verschrieben worden war als bei Leuten, die nicht mit einem Protonenpumpenhemmer oder einem H2-Blocker behandelt waren («Rate Ratio» 1,96 [1,95–1,97]).

Volltext der Studie aus «Nature Communications»: Country-wide medical records infer increased allergy risk of gastric acid inhibition