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  • Teratogene Effekte von Ondansetron (Zofran® u.a.)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 29. Dezember 2019

Gemäss epidemiologischen Studien scheint sich für Neugeborene das Risiko von Lippen- und Gaumenspalten zu erhöhen, wenn die Mutter im ersten Schwangerschaftsdrittel mit Ondansetron behandelt worden ist; widersprüchlich sind die Daten bezüglich kardialer Missbildungen. Vorsichtshalber sollte man Ondansetron im ersten Trimenon nicht einsetzen bzw. Frauen im gebärfähigen Alter, die Ondansetron benötigen, zu einer zuverlässigen Konztrazeption raten.

In Frankreich verschickter «Dear Doctor Letter»: Ondansétron: nouvelles données sur le risque de malformations congénitales après exposition in utero au cours du premier trimestre de grossesse

  • Duloxetin (Cymbalta® u.a.) und postpartale Blutungen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 19. Dezember 2019

In einer Beobachtungsstudie wies man nach, dass bei schwangeren Frauen, die nahe vor dem Geburtstermin mit Duloxetin behandelt werden, häufiger postpartale Blutungen auftreten als in der Kontrollgruppe (3,6% gegenüber 2,3%). Deshalb sollte Duloxetin gegen Ende der Schwangerschaft sehr restriktiv verordnet werden.

Mitteilung von «Health Canada»: Duloxetine – postpartum hemorrhage

  • Neuroleptika eignen sich weder zur Behandlung noch zur Prophylaxe eines Delirs
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 18. Dezember 2019

Eine kürzlich publizierte systematische Übersicht bestätigte, dass Haloperidol (Haldol®) und andere, atypische Neuroleptika sowohl die Ausprägungen als auch den Verlauf eines Delirs nicht signifikant beeinflussen. Eine zweite systematische Übersicht zeigte ausserdem auch keinen prophylaktischen Effekt, da Neuroleptika (mehrheitlich war Haloperidol eingesetzt worden) ein Delir nicht zuverlässiger verhüten konnten als Placebo.

  • Vitamin D: Kein Nutzen bei Schwerkranken
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 13. Dezember 2019

In einer kontrollierten Studie wurde überprüft, ob Schwerkranke, die einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, von einer Vitamin-D-Gabe profitierten. 1078 Patienten und Patientinnen, die sich auf der Intensivstation befanden und bei denen man eine erniedrigte Vitamin-D-Konzentration von durchschnittlich 28 nmol/l gemessen hatte, wurden doppelblind auf zwei Gruppen verteilt: die eine erhielt eine Einmaldosis von 540’000 IE Vitamin D (womit der durchschnittliche Spiegel auf 117 nmol/l anstieg), die andere Placebo. Den primären Endpunkt bildete die Gesamtmortalität nach 90 Tagen. Sie betrug in der Vitamin-D-Gruppe 23,5% und in der Placebo-Gruppe 20,6%.

Kurzform der Studie aus dem «New England Journal of Medicine»: Early High-Dose Vitamin D3 for Critically Ill, Vitamin D-Deficient Patients

«pharma-kritik»-Text: Vitamin D

  • Vortioxetin (Brintellix®) und vermehrte Aggressivität
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 10. Dezember 2019

Es scheint, dass die Einnahme von Vortioxetin, einem vor allem serotoninerg wirkenden Antidepressivum, zu vermehrter Aggressivität führen kann. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse der WHO, weil sich die Meldungen zu dieser Nebenwirkung in der WHO-Datenbank disproportional gehäuft finden.

Bericht aus dem «WHO Pharmaceuticals Newsletter»: Vortioxetine and aggression

«pharma-kritik»-Text (nur mit Abonnement/Passwort zugänglich): Vortioxetin

  • Parenteral verabreichtes Eisen und Kounis-Syndrom
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 6. Dezember 2019

Parenteral verabreichte Eisenpräparate können Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Dazu gehören auch – was in den Fachinformationen in den EU-Ländern ergänzt werden soll – allergische Spasmen der Koronararterien, die als sogenanntes Kounis-Syndrom bekannt sind und einen Myokardinfakrt verursachen können.

Mitteilung der europischen Arzneimittelbehörde: Eisensucrose; Eisencarboxymaltose; Eisen-Isomaltosid; Eisendextran; Eisen-Natrium-Gluconat – Koronararterienspasmus

Übersicht zum Kounis-Syndrom: Kounis syndrome: an update on epidemiology, pathogenesis, diagnosis and therapeutic management

  • Silbersulfadiazin-Crème (Flammazine®): Neue Anwendungseinschränkung
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 1. Dezember 2019

Nach einer neuen Nutzen/Risiko-Beurteilung darf Silbersulfadiazin-Crème in Frankreich nur noch bei Verbrennungen und nicht mehr bei sonstigen Hautläsionen eingesetzt werden. Weiterhin gilt, dass Silbersulfadiazin-Crème bei Neugeborenen bis zum 2. Monat und bei Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel kontraindiziert ist.
Als Nebenwirkungen der Silbersulfadiazin-Crème treten am häufigsten Hautreaktionen auf; auch Zytopenien, Niereninsuffizienz und Silbereinlagerung in der Haut (Argyrose) sind vorgekommen.

Mitteilung der französischen Arzneimittelbehörde: Sulfadiazine argentique: ne pas utiliser sur les plaies autres que les brûlures, et doit être réservé à l’adulte et l’enfant de plus de 2 mois