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  • Bisphenol A vermindert Lebenserwartung
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 26. August 2020

Bisphenol A (BPA) ist eine Ausgangssubstanz für polymere Kunststoffe oder Epoxidharze, aus denen viele Alltagsprodukte bestehen oder mit denen Wasserleitungen und Dosen für die Lebensmittelaufbewahrung beschichtet werden; BPA findet sich zum Teil auch in Thermopapier, wie es für Kassenbons verwendet wird. Eine aktuelle Kohortenstudie bestätigt die Vermutung, dass BPA die Gesundheit gefährdet. Als Datengrundlage dienten knapp 4000 Personen, die in den USA im Rahmen des «National Health and Nutrition Examination Survey» rund zehn Jahre beobachtet und bei denen BPA-Messungen im Urin durchgeführt worden waren. Individuen, deren BPA-Urinkonzentration im obersten Terzil lag, wiesen ein signifikant höheres Sterberisiko auf als Individuen mit einer BPA-Urinkonzentration im untersten Terzil («Hazard Ratio» = 1,49 [1,01–2,19]).

Volltext der Studie aus «JAMA Network Open»: Association Between Bisphenol A Exposure and Risk of All-Cause and Cause-Specific Mortality in US Adults

  • Dreifach negatives Mammakarzinom: Verbesserte Prognose dank Platinderivat?
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 19. August 2020

Bei Mammakarzinomen, die keine Östrogen- und Progesteronrezeptoren und keine verstärkte HER2-Expression aufweisen, den sogenannten dreifach negativen Tumoren, gilt für die adjuvante Chemotherapie ebenfalls eine anthrazyklin- und taxanhaltige Zytostatikakombination als Standard. Wie es scheint, lässt sich aber die Prognose verbessern, wenn die Chemotherapie ein Platinderivat enthält. In einer randomisierten Phase-3-Studie wurde bei 647 Patientinnen mit einem Mammakarzinom als adjuvante Chemotherapie entweder das CEF-T-Schema (3 Zyklen mit Cyclophosphamid, Epirubicin und Fluorouracil, gefolgt von 3 Zyklen mit Docetaxel) angewendet oder das PCb-Schema (6 Zyklen mit Paclitaxel und Carboplatin). Die krankheitsfreie Überlebensrate nach 5 Jahren, der primäre Endpunkt, betrug in der CEF-T-Gruppe 80,3% und in der PCb-Gruppe 86,5% («Hazard Ratio» = 0,65 [0,44–0,96]). Der Nutzen der Platinderivate beruht vermutlich darauf, dass dreifach negative Mammakarzinome relativ häufig BRCA-Mutationen zeigen; solche Tumorzellen reagieren offenbar gegenüber Platinderivaten besonders empfindlich.

Volltext der Studie aus dem «JAMA Oncology»: Effect of Adjuvant Paclitaxel and Carboplatin on Survival in Women With Triple-Negative Breast Cancer

  • Dexamethason: Kein Vorteil für herzoperierte Kleinkinder
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 17. August 2020

Kleinkinder, die wegen eines angeborenen Herzfehlers operiert werden, erhalten perioperativ häufig Steroide, um systemische Entzündungsreaktionen zu dämpfen, die im Zusammenhang mit dem extrakorporalen Kreislauf gesehen werden und die Komplikationen fördern. Diese Praxis wurde nun in einer Doppelblindstudie genauer untersucht. 394 Kleinkindern im Alter von höchstens 12 Monaten, bei denen eine Herzoperation durchgeführt werden musste, verabreichte man nach dem Einleiten der Anästhesie eine Einmaldosis Dexamethason (1 mg/kg) oder Placebo. Der primäre Endpunkt setzte sich aus folgenden Ereignissen zusammen, die innerhalb von 30 Tagen nach der Operation auftraten: Tod; Myokardinfarkt; Nierenversagen; neurologische Komplikation; Notwendigkeit einer extrakorporalen Membranoxygenierung, Reanimation oder verlängerten Beatmung. In der Dexamethason-Gruppe waren 38% der Behandelten von einem solchen Ereignis betroffen, in der Placebo-Gruppe 46%; mit einer «Hazard Ratio» von 0,82 (0,60–1,10) war dieser Unterschied nicht signifikant.

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Intraoperative Dexamethasone on Major Complications and Mortality Among Infants Undergoing Cardiac Surgery

  • Bradykardien unter Memantin (Axura®, Ebixa® u.a.)
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 12. August 2020

Nachdem in Japan unter der Behandlung mit Memantin einzelne Fälle einer Sinusbradykardie oder eines kompletten AV-Blocks vorgekommen sind, soll die Fachinformation mit dem Hinweis ergänzt werden, dass dieses Antidemenzmedikament Bradyarrhythmien auslösen kann.

Mitteilung der japanischen Arzneimittelbehörde: Summary of Investigation Results – Memantine