-->
  • Antiepileptika in der Schwangerschaft
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 31. Januar 2021

Die britische Arzneimittelbehörde hat eine aktualisierte Beurteilung zur Anwendung von Antiepileptika in der Schwangerschaft veröffentlicht. Als Antiepileptika, die in der Schwangerschaft das geringste Risiko bedeuten, sind Lamotrigin (Lamictal® u.a.) und Levetiracetam (Keppra® u.a.) zu betrachten. Für beide existieren reichlich Daten, dass sie keine schwerwiegenden fetalen Missbildungen hervorrufen; sie scheinen auch nicht mit Entwicklungsstörungen (Intelligenz u.a.) nach der Geburt assoziiert zu sein. Als gefährlichstes Antiepileptikum in der Schwangerschaft wird Valproinsäure (Depakine® u.a.) beschrieben, weil die Substanz in rund 10% der Fälle Missbildungen und bei 30 bis 40% der Kinder Entwicklungsstörungen verursacht. Auch Carbamazepin (Tegretol® u.a.), Phenobarbital, Phenytoin, Topiramat (Topamax® u.a.) und wahrscheinlich Pregabalin (Lyrica® u.a.) muss man als teratogen einstufen, während für Gabapentin (Neurontin® u.a.), Oxcarbazepin (Trileptal® u.a.) und Zonisamid (Zonegran®) zuwenig Daten vorhanden sind, um eine Aussage machen zu können.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Antiepileptic drugs in pregnancy: updated advice following comprehensive safety review

  • Leberschädigungen durch Hepatitis-C-Proteasehemmer
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 22. Januar 2021

Zu den direkt wirkenden antiviralen Substanzen, die zur Behandlung der Hepatitis C zur Verfügung stehen, gehören auch die NS3/4A-Proteasehemmer. Sie werden allerdings nur als Fixkombinationen mit anderen direkt wirkenden antiviralen Substanzen eingesetzt: Glecaprevir ist in Maviret® enthalten, Grazoprevir in Zebatier® und Voxilaprevir in Vosevi®. Wie die kanadische Arzneimittelbehörde mitgeteilt hat, scheinen diese NS3/4A-Proteasehemmer in seltenen Fällen zu einer Verschlechterung der Leberfunktion oder einem Leberversagen beizutragen.

Mitteilung von «Health Canada»: Direct-acting antiviral products containing a Protease Inhibitor – Assessing the Potential Risks of Hepatic Decompensation and Hepatic Failure

  • Schultersteife: Intraartikuläre Steroide wirken am besten
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 17. Januar 2021

In einer systematischen Übersicht wurden 34 randomisierte Studien zusammengetragen, in denen verschiedene Massnahmen zur primären Behandlung bei Schultersteife («Frozen Shoulder», adhäsive Kapsulitis) untersucht worden waren. Die einzige Massnahme, mit der sich sowohl im kurz- wie mittelfristigen Verlauf (bis 6 Monate) eine signifikante Verbesserung der Schmerzen und Schulterfunktion erzielen liess, war die intraartikuläre Verabreichung eines Kortikosteroids. Die subakromiale Injektion ist vermutlich ebenso hilfreich. Zusätzliche Physiotherapie trägt vor allem in den ersten Wochen zu einer rascheren Zunahme der Beweglichkeit bei.

Volltext der systematischen Übersicht aus «JAMA Network Open»: Comparison of Treatments for Frozen Shoulder – A Systematic Review and Meta-analysis

  • Carboplatin und posteriore reversible Enzephalopathie
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 13. Januar 2021

Wie die kanadische Arzneimittelbehörde schreibt, sind weltweit 19 Fälle bekannt, bei denen unter Carboplatin ein posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) aufgetreten ist – dessen Symptome Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen sein können. In allen Fällen wird der Zusammenhang zwischen Carboplatin und PRES als möglich eingestuft.

Mitteilung von «Health Canada»: Carboplatin-containing products – Assessing the Potential Risk of Posterior Reversible Encephalopathy Syndrome

  • Baldrian und Leberschädigungen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 7. Januar 2021

Die australische Arzneimittelbehörde hat Kenntnis von 15 Fällen einer Leberschädigung, die nach Einnahme eines baldrianhaltigen Präparats aufgetreten sind. In 10 Fällen enthielt das Produkt noch andere Inhaltsstoffe, die als Ursache einer Leberschädigung in Frage kamen; in 3 Fällen war Baldrianextrakt der einzige Wirkstoff, und in 2 Fällen wurden die anderen Inhaltsstoffe als nicht hepatotoxisch eingestuft. Berichte in der Literatur und in Datenbanken anderer Arzneimittelbehörden scheinen zu bestätigen, dass eine Leberschädigung eine mögliche, allerdings sehr seltene Nebenwirkung von Baldrianextrakt ist.

Mitteilung der australischen «Therapeutic Goods Administration»: Valerian (Valeriana officinalis): Safety advisory – potential for liver injury

  • Cotrimoxazol (Bactrim® u.a.): Kein Nutzen bei idiopathischer Lungenfibrose
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 3. Januar 2021

Respiratorische Infekte sind eine häufige Komplikation bei idiopathischer Lungenfibrose. In einer Doppelblindstudie wurde deshalb untersucht, ob die Gabe von Cotrimoxazol als Prophylaxe dienen kann. 341 Patienten und Patientinnen mit einer mittelschweren bis schweren idiopathischen Lungenfibrose erhielten Cotrimoxazol (2-mal 960 mg/Tag) oder Placebo. Den primären Endpunkt bildete die Kombination aus der Anzahl der Personen, die während der Studie starben, sich einer Lungentransplantation unterziehen oder notfallmässig hospitalisiert werden mussten. Während der einjährigen Beobachtungszeit (Median) traten in der Cotrimoxazol-Gruppe 45 solche Ereignisse pro 100 Personenjahre auf, in der Placebo-Gruppe 38, was keine signifikante Differenz bedeutete (HR = 1,2 [0,9–1,6]).

Kurzform der Studie aus dem JAMA: Effect of Co-trimoxazole (Trimethoprim-Sulfamethoxazole) vs Placebo on Death, Lung Transplant, or Hospital Admission in Patients With Moderate and Severe Idiopathic Pulmonary Fibrosis