-->
  • Antidepressiva und Risiko von postpartalen Blutungen
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 12. Februar 2021

Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin- und der Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI und SNRI) interferieren mit der Thrombozyten-Funktion und erhöhen das Risiko von Blutungen. Einer aktuellen Analyse zufolge beobachtet man dies auch bei Frauen, die in der Spätschwangerschaft mit solchen Antidepressiva behandelt werden. Bei ihnen vermehrt sich das Risiko, eine postpartale Blutung zu erleiden, durch einen SSRI oder SNRI um einen Faktor zwischen 1 und 2. Die Warnung gilt auch für Vortioxetin (Brintellix®), das ebenfalls serotoninerge Eigenschaften besitzt.
In diesem Zusammenhang ist daran zu erinnern, dass in der Spätschwangerschaft eingenommene SSRI und SNRI auch für das Neugeborene mit Risiken verbunden sind (Entzugssymptome, erhöhtes Risiko einer pulmonal-arteriellen Hypertonie).

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: SSRI/SNRI antidepressant medicines: small increased risk of postpartum haemorrhage when used in the month before delivery

  • Nichtmedikamentöse Prävention und Therapie des Delirs
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 10. Februar 2021

In der aktuellen Ausgabe der unabhängigen Zeitschrift «Arzneiverordnung in der Praxis» ist eine Übersicht erschienen, die sich mit verschiedenen Aspekten des Delirs beschäftigt, das als häufige Komplikation bei hospitalisierten älteren Personen auftritt. Der Artikel befasst sich mit den Risikofaktoren eines Delirs sowie vor allem mit den nichtmedikamentösen Massnahmen, um ein Delir zu verhindern oder dann zu behandeln.

Artikel aus der «Arzneiverordnung in der Praxis»: Nicht-pharmakologische Behandlung des Delirs

  • Mitochondriale A1555G-Mutation und Aminoglykoside
  • Verfasst von: Urspeter Masche
  • Datum: 2. Februar 2021

Ungefähr 0,2% der Bevölkerung tragen die mitochondriale A1555G-Mutation, die zu einer Innenohrschwerhörigkeit führen kann und wie alle mitochondrialen Mutationen über die mütterliche Linie vererbt wird. Bei diesen Personen besteht eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber den ototoxischen Wirkungen von Aminoglykosiden; das heisst, dass selbst unter Aminoglykosidspiegeln, die sich im üblichen therapeutischen Bereich bewegen, mit einer irreversiblen Innenohrschwerhörigkeit zu rechnen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Risiko auch bei einer Lokalbehandlung mit aminoglykosidhaltigen Ohrentropfen besteht. Anamnestische Hinweise für eine A1555G-Mutation wären Fälle von Taubheit in der mütterlichen Verwandschaft.

Mitteilung der britischen Arzneimittelbehörde: Aminoglycosides (gentamicin, amikacin, tobramycin, and neomycin): increased risk of deafness in patients with mitochondrial mutations